Tief "Benjamin" bringt Schnee ins Vogtland - viele Unfälle

20 Zentimeter Neuschnee, Matsch und glatte Straßen. Vielerorts stehen Laster quer, Autos bleiben auf steilen Straßen stehen.

Von Cornelia Henze

 

Plauen/Auerbach - Linienbusse erreichen ihre Haltestellen im Schnitt zehn Minuten später. Die Züge der Vogtlandbahn fahren nur mit halber Kraft. Bis Mittag meldet die Polizei 60 Unfälle. Trotzdem: Nur ein Mensch wird dabei verletzt.
Am meisten erwischt hat es den Bereich Auerbach mit 17 Unfällen, in Plauen passierten zehn. Nichts mehr auf den Straßen ging gestern in und um Auerbach. Schwerpunkte, an denen vor allem die Räder von Lastern auf eisglatter Straße versagten, waren an der Eicher Spange bei Rodewisch, zwischen Reichenbach und Lengenfeld, Rothenkirchen und Stützengrün, aber auch zwischen Syrau und Mehltheuer, Oelsnitz und Tirpersdorf, bei Greiz und auf der Plauener Trockentalstraße standen Laster quer. Umgefallene Bäume zwischen Lengenfeld und Pechtelsgrün riefen den Räumdienst auf den Plan. Drei Unfälle passierten auf der A 72 im Vogtland, einer auf Zwickauer Flur.


Räumdienste sind im ganzen Vogtland nonstop unterwegs. Die ersten warfen ihre Winterdienstautos schon kurz nach Mitternacht an. Mit sechs Streufahrzeugen ist die Autobahnmeisterei auf der A 72 zwischen Landesgrenze und Zwickau pausenlos unterwegs. Schwerpunkte seien die Anhöhen bei Pirk, am Kulitzscher Berg bei Zwickau und am Kalten Feld Reichenbach. "Die Autobahn ist schwarz, es gibt keine Schneedecke. Wer angemessen fährt, kommt sicher durch", sagt Meistereichef Dirk Jöschel. 18 Leute hat er zum Dienst geschickt. "Wir haben alles gut im Griff", sagt auch Danny Repmann von der Straßenmeisterei Plauen. Die meisten Schneeverwehungen gebe es bei Mißlareuth/Gutenfürst. Dort sei zusätzlich ein Traktor beim Schneeräumen eingesetzt. Bis zu 12 Stunden ist ein Fahrer pro Schicht im Einsatz. Ähnlich im oberen Vogtland: 9 Fahrzeuge sind seit 3 Uhr morgens im Dauerdienst. Dazu kommen Kolonnen, die mit Schneefräsen Fußwege von den Schneemassen befreien. "Wir fahren pausenlos", so der Adorfer Straßenmeister Matthias Honig. 300 Kilometer gilt es im oberen Vogtland zu beräumen - Schwerpunkte sind die Gopplasgrüner Höhe und die Bundesstraße von Bad Brambach bis zur tschechischen Grenze. Am Abend wurde die Straße zwischen Gunzen und Wohlbach gesperrt. Hier blockierte ein Fahrzeug die Strecke.


Laut Polizei hat der erste straffe Wintertag einen Schaden in fünfstelliger Höhe (Unfallfahrzeuge) hinterlassen. Mit aufgestocktem Fuhrpark waren auch die Sanitäter vom Rettungszweckverband unterwegs. "Zum Glück gab es bisher noch keine größeren Sachen mit Verletzten", so Zweckverbandschef Jens Leistner.