Thierbach: 140000 Ferkel pro Jahr erwartet

Die Kapazität in der Sauenhaltung Thierbach wird von 3200 auf 5900 Plätze für Muttertiere und Eber erweitert. Dazu entsteht ein neuer Stall mit bis zu 25000 Ferkelaufzuchtplätzen.

Thierbach - Über die Produktionsabläufe im Unternehmen berichtete der Thierbacher Betriebsleiter Bart Goumans im Gespräch mit unserer Zeitung vor Ort: "Die Jungtiere werden im Alter von 24 Tagen von ihren Muttersauen getrennt. Da wiegen sie bis zu sieben Kilogramm und werden dann im Ferkelaufzuchtstall bis zu einem Lebendgewicht von 28 Kilo weiter gefüttert." Dieses Gewicht erreichen sie nach etwa zehn Wochen und werden dann mit dem unternehmenseigenen Fuhrbetrieb an die Kunden geliefert.

"Mit eigenen Fahrzeugen ist deshalb wichtig, damit wir die Hygienevorschriften einhalten und Risiken ausschließen können", so Goumans. "In den vergangenen Jahren wurde vieles, besonders im Fernsehen, völlig falsch dargestellt über unser Unternehmen", begründete er seine Gesprächsbereitschaft. Derzeit sind bei ihm in Thierbach 14 Mitarbeiter beschäftigt. Die Zahl soll nach Abschluss der Investition um acht bis zehn erweitert werden.

Der Sauenzuchtbetrieb liegt an der Kreisstraße K 7876, die von Thierbach nach Wallengrün führt und gehört zur Straathof Holding GmbH. Diese hat ihren Sitz im Genthiner Ortsteil Gladau und existiert seit zehn Jahren. Zu ihr zählen acht Betriebe in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, dazu vier in Holland. Insgesamt 250 Mitarbeiter. An allen Standorten gibt es eine Ferkelproduktion und dazu die Eberaufzucht.

Zur jüngsten Sitzung des Stadtrates Pausa-Mühltroff war der 36-jährige Holländer Goumans zu Gast. "Ich bin neben Thierbach noch für zwei weitere Standorte verantwortlich", sagte er. Goumans ist nach eigener Angabe seit sieben Jahren im Unternehmen beschäftigt und schon seit 15 Jahren in der Schweinehaltung beruflich tätig. "Ich habe eine mehrjährige Ausbildung im Fachgebiet Tierproduktion Bereich Schweinemast in Limburg absolviert" spricht Goumans über seine Ausbildung.

Seit 2012 läuft das Genehmigungsverfahren für die Betriebserweiterung in Thierbach. Es sei eine millionenschwere Neuinvestition, so Goumans, der weder im Stadtrat noch im Gespräch dem Vogtland-Anzeiger auf konkrete Zahlen nannte. "Die zum Vorhaben notwendigen Pläne lagen öffentlich aus. Keiner der Bürger von Pausa und Umgebung hat sich dafür interessiert", machte Goumans deutlich. Im vergangenen Sommer habe es zudem eine Bürgerinformationsveranstaltung seitens des Betriebes im Freizeitzentrum Thierbach für die Einwohner gegeben.

Zum künftigen Betrieb sagte er: "Wir erwarten eine Produktion von etwa 140 000 Ferkel im Jahr." Dazu werde das ganze Transportgeschehen (Ferkel, Futter, Tierkadaver ...) mit firmeneigenen Lkw durchgeführt.

Bis die Thierbacher Firmenerweiterung abgeschlossen ist, wird es aber noch dauern. "Prinzipiell ist diese Baumaßnahme schon genehmigt," so Bürgermeister Jonny Ansorge im Stadtrat. Derzeit fehle nur noch eine Genehmigung der Brandschutzbehörden, auf die Goumans wartet, wie er sagte, um mit den Bau der Stallanlage für die Aufzuchtplätze zu beginnen. Dazu werde eine Biogasanlage zur Nutzung der entstandenen Gülle gebaut. Sie dient aber nur zur Eigennutzung der daraus entstandenen Abwärme. Diese Anlage wird eine Maximalleistung von 499 Kilowattstunden haben und hinter der Stallanlage in Richtung Landesgrenze Thüringen errichtet. Dies zeigte Goumans auf den von ihm zur Ratssitzung mitgebrachten Bauplan.

Wo die Lkw entlang lang fahren sollen, fragte Thierbachs Stadträtin Christine Zimmer (CDU). "Auf den Zufahrtsstraßen zur Anlage", sagte Goumans im Rat. Dem pflichtete Christoph Floß bei: "Es gibt zwei Kreisstraßen im Ort. Da können wir dem Unternehmen keine Vorwürfe über irgendwelche Straßennutzung machen." Konstanze Schumann (ALI Pausa) fragte nach tariflicher Entlohnung der Mitarbeiter. Hier erklärte Bart Goumans ohne eine Zahl zu nennen: "Es gibt Zuschläge, unsere Vorarbeiter sind Fachleute. Ich denke, dass wir sie gut entlohnen."

SPD-Stadtrat Steffen Rauchfuß fragte noch nach geplanten Ausgleichsmaßnahmen. "Dazu werden wir Pflanzungen innerhalb unseres Objektes vornehmen", so der Betriebsleiter. Bürgermeister Ansorge bat den Betriebsleiter um einen Besichtigungstermin für ihn und den Stadtrat, wenn die Baumaßnahme fertig gestellt sei. Dagegen hatte Goumans nichts einzuwenden. va