Theuma zurückhaltend beim Thema Heimatstube

Theumas Gemeinderat will das Schaffen einer Heimatstube für die Gemeinde wohlwollend begleiten. Doch weder finanziell noch organisatorisch könne die Kommune dabei in Erscheinung treten, verständigte sich die Ratsrunde am Montagabend im Gasthof "Zum Anker".

Peter Stange hatte im Namen des Dorf- und Heimatvereins einen entsprechenden Antrag gestellt. Vereinsvorsitzender Bernd Winkelmann nutzte die Gelegenheit, zum wiederholten Male seine Vorstellungen vor den Rat zu bringen. "Wir müssen schnellstens beginnen, Historisches zu sammeln und zu bewahren, bevor es für immer verloren geht." Schon jetzt gäbe es Unmengen historischer Schriften, Bilder und Gerätschaften, die allesamt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssten. Er appellierte an die Theumaer, dem Verein insbesondere Möbel, alten Hausrat oder landwirtschaftliches Gerät als Spende oder Leihgabe zu überlassen.

"Was weggeworfen wird, ist unwiederbringlich verloren." Winkelmann könnte sich vorstellen, eine Bauernstube mit Küche, Schlafraum oder Hutznstube zu schaffen. Im Freigelände, wenn möglich, sollte altes Landwirtschaftsgerät seinen Platz finden. Von der Gemeinde erhoffte sich der Mann, nicht nur entsprechende Räume zur vorübergehenden Aufbewahrung sondern auch zur späteren Einrichtung einer Heimatstube bereit gestellt zu bekommen.

In die Diskussion warf Winkelmann ein leer stehendes privates Bauerngehöft oder aber den ehemaligen Gasthof, in dem sich jetzt der Bauernmarkt befindet. Letzteres plant die Gemeinde, der örtlichen Agrargenossenschaft per Erbpachtvertrag zu übertragen. Bürgermeister Sven Rondthaler (Elterninitiative) bot Winkelmann in den nächsten Tagen diesbezüglich ein persönliches Gespräch an. Räume zur vorläufigen Aufbewahrung zu finden, sah er unproblematisch. Der Forderung Winkelmanns, dass Gemeindebedienstete die Relikte alter Zeiten annehmen, katalogisieren und archivieren sollten, entsprach Rondthaler jedoch energisch. Dafür sei weder Personal noch Geld vorhanden. Uwe Riedel unterstrich dies, indem er auf die prekäre Finanzsituation verwies. "Wir können kaum unsere Pflichtaufgaben erfüllen."

Den Plan einer Heimatstube zu realisieren, müsse schon der Verein selbst tun. Günter Geipel (FDP) beklagte das Fehlen eines Betreiberkonzepts mit geplanten Öffnungszeiten, finanzieller Untersetzung bis zur Sicherheitsfrage.  mam