Theaterwachen sichern Spielbetrieb ab

Wenn Michael Fröhlich ins Plauener Theater geht, dann tut er das meist dienstlich. Der 28-Jährige ist Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr Großfriesen und hatte allein 2018 im Musentempel 174 Stunden Brandschutzwache.

Von Marjon Thümmel

Großfriesen - "Gebe es die Brandsicherheitswache nicht, dürfte das Theater gar nicht spielen. Und weil wir froh sind, dass es das Plauener Theater gibt, sind wir Kameraden der Feuerwehr bei öffentlichen Vorstellungen, aber auch schon bei den Proben, vor Ort", erzählt Michael fröhlich von der Freiwilligen Feuerwehr Großfriesen. Allein im vergangenen Jahr übernahm er 174 Stunden bei den Theaterwachen in Plauen. "Mit weiteren Kameraden habe ich mir die Aufgabe geteilt. Da die Personaldecke im vorigen Jahr ziemlich eng war, kamen die zahlreichen Stunden zusammen. In diesem Jahr gibt es weit mehr Mitstreiter", sagte der 28-Jährige und verrät, dass er zwar gern mal ins Theater geht, aber nicht jede Vorstellung, die er so begleiten musste, freiwillig angeschaut hätte. "Wenn ich Brandschutzwache habe, ist die Handlung auf der Bühne nur Nebensache. Das ist Feuerwehrdienst und keine Theatervorstellung", sagt der Großfriesener, der schon von Kindesbeinen bei der Feuerwehr aktiv ist. Die Ortsfeuerwehr ist eine von neun, die neben der Berufsfeuerwehr das Plauener Stadtgebiet absichert. Laut Sächsischem Brandschutzgesetz muss bei einer Bühne über 200 Quadratmeter ein Sicherheitsdienst im Einsatz sein. 
 Eine dreiviertel Stunde vor der Vorstellung beginnt für die zwei Theaterwachen der Dienst. "Für uns gibt es feste Plätze an beiden Bühnenseiten. Wenn das Bühnenbild so gestaltet ist, dass von der Seite nicht einsehbar ist, gibt es noch einen weiteren Dienstplatz im Zuschauerraum. Wie viele Leute als Brandschutzwache gebraucht werden, wird zu Hauptprobe festgelegt. Ein große Rolle bei der Entscheidung spielt auch die Frage, ob eine feuergefährliche Handlung auf der Bühne passiert. Das ist bereits der Fall, wenn eine Zigarette geraucht wird. Natürlich gehört auch das Abbrennen von Pyrotechnik dazu", erklärt Michael Fröhlich. Oftmals dauere ein Vorstellung länger als drei Stunden, "das fordert viel Konzentration". Klar, dass ihm auch so manche Panne, die hinter dem Vorhang auf der Bühne passiert, nicht entgehe, lacht er. 
 Nicht zum Lachen war ihm bei einem Tag der offenen Tür 2016. "Auf der kleinen Bühne explodierte eine Scheinwerfer und hatte über den Rauchmelder Feueralarm ausgelöst. Zu der Zeit war ich auf der Hauptbühne und wurde vom Alarm auch überrascht. Da hieß es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Rund 100 Leute waren im Haus, die Schwierigkeit bestand aber darin, die neuen Besucherströme so zu lenken, dass sie nicht in den Gefahrenbereich laufen. Und zugleich die herbeigeeilten Feuerwehrkameraden einzuweisen. Aber alles verlief gut", schildert Michael Fröhlich, "zeigte aber auch, wie wichtig unsere Einsatz ist". 
 Der stellvertretende Jugendwart in der Feuerwehr Großfriesen ist aber auch im normalen Rettungseinsatz mit von der Partie. In diesem Jahr hat die Sirene schon vier Mal zum Einsatz gerufen. Dabei arbeitet der 28-Jährige wie seine Kameraden auch in seinem Beruf - als Anlagenmechaniker und Metallbaumeister bei der Firma Umwelttechnik und Anlagenbau Plauen.