Theaterförderverein macht Weg für Stiftung frei

Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Plauener Theaterfördervereins am Montag, eine eigene Stiftung zu gründen. In einem von Klaus Hlawatsch erläuterten Antrag des Vorstandes an die Mitgliederversammlung begründete der Schatzmeister des Vereins das Vorhaben.

 

Danach fließt dem Verein am 1. Januar 2012 aus der Hans- und Edith-Löwel-Stiftung die Summe von rund 850 000 Euro zu. Damit dieses Geld auch weiterhin langfristig und uneingeschränkt für die Unterstützung des Vogtlandtheaters verwendet werden kann, wurde der Vorstand ermächtigt, eine neue, eigenständige Stiftung zu gründen. Diese soll unter dem Namen "Hans- und Edith-Löwel-Stiftung Vogtlandtheater Plauen" unbefristet den Willen der beiden Stiftungsgründer fortsetzen.

Ideell als auch materiell habe der Verein seit der letzten Jahreshauptversammlung das Vogtlandtheater großzügig unterstützt, zog Vereinsvorsitzender Dr. Lutz Behrens in seinem Rechenschaftsbericht Bilanz. Als Beispiele nannte er die Finanzierung des derzeit vorgenommenen Umbaus der Lüftung des Hauses, des Einbaus des neuen Gestühls und neuen Parketts. 42 000 Euro steuert der Verein, der damit die Aktion Stuhlpatenschaft unterstützt, dazu bei. Auch die anteilig mit 4500 Euro finanzierten neuen Stühle für das Philharmonische Orchester, der Kauf eines Klaviers (8500 Euro) oder der Zuschuss von 4000 Euro zu "Evita" gehören zur Bilanz. Daneben bilden der jährliche Theaterball oder die Gesprächsreihe "Der Theaterförderverein lädt ein" wichtige Aktivitäten der ehrenamtlichen Tätigkeit des Vereinsvorstandes, der inzwischen monatlich auch eine Theaterzeitung herausgibt.

Generalintendant Roland May bedankte sich für die wichtige Unterstützung des Theaters durch den Verein. Er sagte, dass man in Deutschland sehr lange suchen müsse, um einen so aktiven und großzügigen Theaterförderverein zu finden. Ausführlich beantworteten der Intendant und Geschäftsführer Volker Arnold zahlreiche Fragen der Vereinsmitglieder zum Beispiel nach der Spielplangestaltung, der Arbeit des Theaters mit der Jugend oder des Umganges mit dem Steinway-Konzertflügel.

Der Vereinsvorsitzende ging in seinem Bericht auf die derzeitige finanzielle Situation und die Zukunft des Theaters ein. So erläuterte er den gemeinsamen Brief der beiden Oberbürgermeister von Plauen und Zwickau. Diese hatten sich mit dem Angebot, Gesellschaftsanteile der Theater Plauen-Zwickau GmbH zu übernehmen, an die Landräte des Vogtlandkreises und des Zwickauer Landes gewandt und waren auf wenig Gegenliebe gestoßen. Der Vorsitzende sagte, dass sich der Theaterförderverein gegen alle Bestrebungen wenden werde, das Vogtlandtheater zu einer partiellen Spielstätte zu degradieren.

Im nächsten Jahr, am 23. August, jährt sich die Gründung des Fördervereins zum 20. Male. Dies werde Anlass sein, um mit einer Festveranstaltung und zahlreichen weiteren Aktivitäten die Arbeit des Theaterfördervereins zu würdigen, gab der Vorsitzende einen Ausblick auf Kommendes. Der nächste Theaterball finde am 9. Oktober statt. Auf Nachfrage wurde bekannt, dass als 201. Mitglied Stefan König Mitglied des Vereins geworden ist. Der in Plauen geborene Schauspieler ist vor allem populär bei einem jugendlichen Publikum durch seine Hauptrolle in der TV-Serie Gute Zeiten, schlechte Zeiten und in der ZDF-Telenovela Alisa - Folge deinem Herzen.     M.B.