Theaterball auf Zeitreise in die Goldenen Zwanziger

Unter dem Motto "Charleston, Bubikopf und Knickerbocker" erlebten die Gäste am Samstag im Vogtlandtheater eine rauschende Ballnacht. Schillernde Outfits aus den Goldenen Zwanzigern waren das Salz in der Suppe.

Von Thomas Voigt

Als die Clara-Schumann-Philharmoniker zum traditionellen Walzer aufspielten, startete der Ball richtig durch. Vorher erlebte das Publikum ein kurzweiliges Gala-Programm mit dem Ballett und Solisten des Ensembles. Unter dem Motto "Charleston, Bubikopf und Knickerbocker" machten die Akteure Appetit auf eine rauschende Ballnacht mit Glamour-Faktor.
Charmant präsentierte Musiktheater-Direktor Jürgen Pöckel einen Mix aus der Welt der Oper, Operette und des Musicals. Mit dabei der Theater-Opernchor und das Ballett. Nach dem Eintanzen lag nicht nur Duft des Buffets in der Luft.
Das Flair der oft zitierten Goldenen 1920-er Jahre machte sich breit. Viele Ballbesucher schlüpften mit ihren schicken Outfits in diese Ära der Lebenslust. Adrette Damen mit Haarreifen, Perlenketten und glitzernden Fransenkleidern kokettierten um die Wette.
Die jungen Frauen vom Theater-Jugendclub ließen sich in der Maske eine klassische Wasserwellen-Frisur legen. Im großen Foyer des Hauses begrüßten sie die Ball-Besucher mit Sekt und guter Laune. ie Teenager zeigten sich in schillernden Kostümen aus dem Theater-Fundus.
Mit der Band Cosmic Light holten sich die Organisatoren vom Theater-Förderverein junge Musiker aus Leipzig mit ins Boot. Sie servierten den Gästen einen gehaltvollen Tanzmusik-Cocktail mit Zutaten aus Jazz, Soul und Funk.
Wie auch in den vergangenen Jahren kamen im Haus der kleinen Bühne auch die Tango-Freunde auf ihre Kosten. Für besonders prickelnde Momente sorgte ein Showtanzpaar aus Kolumbien.
Als Tanzmeister Helko Grimm im Frack und weißen Handschuhen auf der Bühne stand, wussten alle Stammgäste, was nun passieren wird. Der Mitorganisator des Balls forderte die Tanzpaare zur Mitternachts-Quadrille auf. Der Ball-Klassiker sorgte einmal mehr für Stimmung im Saal. Sogar blutige Anfänger wagten sich auf die Tanzfläche.
Ein paar Treppenstufen höher im Löwel-Foyer war ein ganz anderer Sound angesagt. Dort drehte sich die Discokugel. Jüngeres Publikum - so wie von den Organisatoren erhofft war allerdings kaum vertreten. Dafür hatten geübte Tanzpaare jede Menge Platz.
Julian Hering aus Halle genoss den Abend mit seiner Partnerin. Beide waren schon mehrmals beim Plauener Theaterball dabei. "Was hier auf die Beine gestellt wird, gibt es woanders nicht. Der Mix ist einmalig." In ihrem Schlepptau lotsten die Hallenser weitere Paare mit in die Spitzenstadt. "Die Karten haben wir schon vor Weihnachten bestellt."