Theater wird zu Waffenschmiede

Bad Elster - Eine gelungene Premiere feierte am Freitag die komische Oper "Der Waffenschmied" von Albert Lortzing mit dem Ensemble und Orchester der Landesbühnen Sachsen unter der Gesamtleitung von Generalmusikdirektor Florian Merz im fast ausverkauften König Albert Theater.

 

Als Grundlage für seine erfolgreiche Volksoper, die Lortzing 1846 vollendete, diente eine Theatervorlage, die er aus seiner Zeit als Schauspieler kannte. Der Komponist hatte nämlich als Graf in Friedrich Julius Wilhelm Zieglers Lustspiel "Liebhaber und Nebenbuhler in einer Person" selbst auf der Bühne gestanden.

Inhaltlich setzte sich Lortzing in seinem Werk mit dem Standesdünkel zwischen Bürgertum und Adel auseinander und erzählt eine Geschichte im 16. Jahrhundert vom ehrbaren Waffenschmied und Tierarzt Hans Stadinger, in dessen Privatleben sich zwei aufdringliche adlige Herren versuchen einzumischen.

Die eindrucksvolle Inszenierung wurde in bewährter Weise von der Sächsischen Landesbühne auch diesmal mit einigen gelungen Attributen der Moderne gewürzt und begeisterte vor allem durch die imposanten Sänger und Darsteller. Allen voran der finnische Schauspieler und Musiker Jussi Järvonpaa, der auf Grund einer Erkrankung von Fred Bonitz kurzfristig die Rolle als Graf von Liebenau übernommen hatte und ebenso die Gunst der Zuschauer fand wie Hagen Erkrath als starrsinniger Meister Stadinger sowie Judith Hoffmann als seine anmutige Tochter Marie.

Graf von Liebenau, obwohl mit Fräulein von Katzenstein verlobt, ist in Marie verliebt. Um nicht wegen seines Grafentitels, sondern um seiner selbst Willen geliebt zu werden, arbeitet er und sein Knappe Georg - gespielt von dem jungen Tenor Andreas Petzoldt - getarnt beim Waffenschmied Stadinger als Geselle. Vor allem, weil der alte Waffenschmied außerdem etwas gegen adlige Bewerber hat und seine Frau ausgerechnet von einem Ritter entführt wurde.

Als Knappe Georg die plötzliche Ankunft des Fräulein von Katzenstein meldet, fasst der Graf den Entschluss, nicht mehr um die Hand von Marie zu bitten, sondern sie nachdrücklich zu fordern. Um herauszufinden wen Marie wirklich liebt, Konrad den Grafen, oder Konrad den Gesellen, erscheint von Liebenau am Abend im Grafengewand und erklärt ihm Marie, dass ihr Herz schon vergeben sei. Vom erzürnten Stadinger überrascht, muss Graf Liebenau fliehen und Marie sucht in der Nacht vergeblich nach Konrad, den Gesellen. Indessen bemüht sich Ritter Adelhof aus Schwaben - glänzend gespielt von Michael König - im Auftrag von Fräulein Katzenstein den Gastwirt Brenner, Stadingers Schwager, als Verbündeten zu gewinnen. Der clevere und bestechliche Schurke - exzellent dargestellt von Kay Frenzel - versichert ihm Unterstützung, wonach Marie einen Gesellen heiraten soll, damit Graf von Liebenau sie nicht bekommen kann. Als Geselle Konrad spielt von Liebenau den Eifersüchtigen, weil er Marie mit dem Grafen gesehen hatte und küsst sie. Maries Erzieherin, Jungfer Irmentraut - amüsant verkörpert von Silke Richter - kommt hinzu, schweigt aber, als auch sie einen Kuss erhält.

Während Ritter Adelhof Stadinger vor dem Grafen Liebenau warnt und darauf drängt, Marie mit dem Gesellen Konrad zu verheiraten, bietet Staudinger überraschend den Gesellen Georg die Hand seiner Tochter an, die dieser natürlich aus Rücksicht auf seinen Herrn ausschlagen muss.

Zum 25-jährigen Meisterjubiläum Stadingers vermeldet Irmentraut eine angebliche Entführung von Marie. Auch trotz dessen der Graf kurz darauf als vermeintlicher Retter mit Marie erscheint, lässt sich Stadinger nicht umstimmen und plant, seine Tochter in ein Kloster zu stecken. Während sich Marie von aller Welt verlassen fühlt, spricht Brenner bei Stadinger vor, um für Konrad zu werben und droht Ritter Adelhof, den Grafen vorzeitig zu verraten. Gemeinsam gelingt es jedoch den Schwaben rechtzeitig zu vertreiben. Schließlich lässt Graf Liebenau seine Männer bewaffnet vor Stadingers Haus marschieren, und Georg übermittelt ihm, der "Hohe Rat" fordere angeblich den Meister auf, seine Tochter mit dem Gesellen Konrad zu vermählen, damit Graf Liebenau ihr nicht mehr nachstellen könne. Nun muss der Waffenschmied also doch einwilligen. Graf Liebenau, der alsbald mit Marie erscheint, dankt Stadinger für seine Einwilligung. Gleichwohl Stadinger schließlich erfährt, dass Graf Liebenau und der Geselle Konrad eine und dieselbe Person sind und man ihn überlistet hat, gibt er dem Paar schließlich doch noch seinen Segen.

Für Höhepunkte der Aufführung sorgten unter anderen die wundervolle Arie der schönen Marie "Wir armen, armen Mädchen" und Georgs Gesangsstück "Man wird ja nur einmal geboren" sowie der Liebesschwur des Grafen "Gern gäb? ich Glanz und Reichtum hin für dich" sowie Stadingers Solo "Auch ich war ein Jüngling mit lockigem Haar".