Telegramme warnen vor Hochwassergefahr

Wassermassen gischten und kreiseln mit unheimlicher Wucht. Auf der Tosbeckenbrücke an der Talsperre Pirk ist diese Energie unter den Füßen zu spüren.

 

Die Weiße Elster nimmt hinter der Staumauer ihren Lauf wieder auf und schießt mit weißen Schaumkronen Richtung Weischlitz. Staumeister Rainer Degenkolb hat die beiden Grundablässe zu 100 beziehungsweise 50 Prozent geöffnet. Hochwasseralarmstufe 1 hat er gestern ausgerufen und an die Gemeinden flussabwärts "Hochwassertelegramme" verschickt. Rund vier Millionen Kubikmeter Wasser hat die Talsperre seit dem Wochenende zurückgehalten. Nun werden kontrolliert 30 Kubikmeter pro Sekunde abgegeben.

 

Die Maßnahme ist notwendig, weil starke Regenfälle gemeldet sind. "Die Einstellung wird beibehalten, bis sich die Hochwasserlage entspannt", erklärt der Staumeister. Am Pegel 800 Meter nach der Staumauer wurde eine Wassertiefe von 1,60 Meter ermittelt. Diese Werte schwanken je nach Profil des Flussbetts. Mit einer "Brunnenpfeife" - einer Art Senkblei - misst Degenkolb das Grundwasser im Vorgelände der Staumauer, deren Standfestigkeit überprüft wird. Gefahr bestehe nicht. Das Schauspiel im Tosbecken zieht seit Wochenende unablässig Spaziergänger an. Noch erregen die Wassermassen Faszination, nicht Schrecken.  Foto/Text:R.W.