Teer wird zum heißen Brei

Plauen - Dunkle Wolken stiegen gestern Vormittag aus der Bonhoefferstraße 153 empor. Der Dachstuhl des Hauses brannte. Ruckzuck hatten sich zig Schaulustige auf der Straße versammelt und schauten dem Treiben der Feuerwehr zu. "Da war alles kohlrabenschwarz und gestunken hat es wie die Pest", sagte unser Leser Uli Fischer, der gerade am Haus vorbeifuhr. Zum Glück hatte das Feuer nur Sachschaden angerichtet. Verletzt wurde niemand. Drei Personen wurden durch die Kameraden der Feuerwehr gerettet. Allerdings wurde durch das Feuer und durch das Löschwasser eine Wohnung völlig zerstört und zwei weitere stark in Mitleidenschaft gezogen, wie Jörg Pöcker, Chef der Plauener Berufsfeuerwehr, sagte. Die Mieter der Wohnungen standen ungläubig vor dem Haus und mussten mit ansehen, wie ihr Hab und Gut vernichtet wurde.

 Schuld am Brand war entzündetes Teer. Ein Dachdecker war am Vormittag mit Bitumen-Schweißarbeiten beschäftigt. Dafür musste er Teer erhitzen. Weshalb sich die Masse dann entzündete, ist noch unklar. "Das Teer verteilte sich dann wie heißer Brei auf dem Dach. Das machte die Löscharbeiten gar nicht so einfach", so Pöcker. Der Dachdecker war dann auch der Erste, der von den Kameraden evakuiert wurde. Ihm war der Schreck deutlich ins Gesicht geschrieben. 10.11 Uhr ging der Notruf in der Zentrale ein, gegen 13 Uhr hatten die Kameraden den Brand gelöscht. Insgesamt waren elf Kameraden der Berufsfeuerwehr und elf der Feuerwehr Ortsmitte mit sechs Fahrzeugen im Einsatz.