(Tee) trinken - und klatschen

Der Falkensteiner Kultursommer 2019 ist eröffnet mit Weltkultur - und viel Beifall. Der Bürgermeister hat Grund zum Freuen.

Von Uwe Faerber

Falkenstein - "Wir sind heute die Kunst- und Kulturhauptstadt des Vogtlandes - wenigstens für einen Tag", sagte augenzwinkernd Bürgermeister Marco Siegemund in der Galerie "Aal am Stil" am Freitagabend. 
Gerade war das Konzert des Duos "An Other Cup for Tillerman" zu Ende gegangen: Ekkehard Glaß und Joachim Otto begeisterten mit Songs von Cat Stevens vor vollem Haus und mussten Zugaben geben. Auch der Bürgermeister zeigte sich hoch erfreut, als er den Musikern dankte, die von Isabell Sporn als Background-Sängerin unterstützt wurden.
Kurz vor dem Konzert war Bürgermeister Siegemund dabei gewesen, als in der Galerie im Schloss Falkenstein die Ausstellung "Magie der Natur - Gottfried Schüler - Malerei & Grafik" eröffnete, die einen Sohn der Stadt ehrt.
Schüler (1923 - 1999) gehört zu den vogtländischen Künstlern, die sich für das Bauhaus begeister(te)n, das vor genau 100 Jahren gegründet wurde. Zu den Künstlern zählt ebenfalls der gebürtige Falkensteiner Otto Müller-Eibenstock (eine ihm gewidmete Ausstellung ist gerade zu Ende gegangen) und der Dorfstädter Max Eismann. Bürgermeister Siegemunds Augen sprühten vor Freude, dass es dem Kunstförderverein "falkart" mit den Ausstellungen gelingt, das Weltereignis "Bauhaus-Jubiläum" nach Falkenstein zu tragen.
Dagegen versprühten die Musiker von "An Other Cup for Tillerman" (englisch: Eine andere Tasse für den Bauern) Lebensfreude, als sie die (Welt)Hits des britischen Sängers und Songwriters Cat Stevens darboten. Der Name des seit Februar auftretenden Duos setzt sich zusammen aus den Titeln zweier Platten: Mit "Tea for the Tillerman" wurde Stevens zum Weltstar, der Ende der 1970er Jahre zum Islam konvertierte, sich seither Yusuf Islam nennt und 28 Jahre keine kommerzielle Musik produzierte. Und mit "An Other Cup" meldete er sich unter dem Künstlernamen Yusuf zurück - wenigstens ein bisschen.
Das erfährt man im Gespräch mit Ekkehard Glaß, den manche als früheren Redakteur des Vogtland-Anzeigers kennen und der als freischaffender Künstler viele (musikalische) Projekte verwirklicht - als Autor von historischen Stücken, als Ekkehard der Barde, als einer der Rabenbrüder, als Teil des Duos "Jack'n'Ekk" sowie des Trios "Kleeblatt". Und der mit dem Unternehmer und CDU-Kreisrat Joachim Otto Musik von Cat Stevens darbietet. 
Eigentlich habe man eine Altherrenband gründen wollen, die "Old Socks" - doch die Pläne hätten sich zerschlagen, berichtet Glaß. "Nur Joachim und ich sind übrig geblieben. Und weil Cat Stevens unser Jugendidol war, machen wir jetzt seine Musik." Das Duo - beide Auerbacher haben einschlägige Band-Erfahrungen - hat Glaß zufolge ein halbes Jahr geprobt. "Das war nicht leicht. Die Rhythmus-Wechsel haben es in sich und manche Akkorde sind jenseits von Gut und Böse." 
Im Februar sei das Duo dann das erste Mal aufgetreten. "Der Gewölbekeller in Auerbach ist zweimal ausverkauft gewesen, auch das angesetzte Zusatzkonzert." Die Musiker betonen, dass sie Wert auf handgemachte Musik legen - ohne Playback: Glaß singt und spielt Gitarre, Otto sitzt an Keyboard und Percussions; künftig soll Glaß' Lebensgefährtin Isabell auch eine größere Rolle übernehmen. 
Gelegenheit wird es geben bei Auftritten im Reichenbacher Ortsteil Rotschau, im Neuberinhaus und in Wernesgrün.