Taxis nach Silvesterparty so begehrt wie nie

Silvester ohne Alkohol ist für die meisten ein No-Go. Wer welchen trinkt, sollte daher für den Nachhauseweg von der Party ein Taxi rufen. Die haben Silvester Hochkonjunktur, wie wir im Gespräch mit Plauener Taxi-Fahrern erfuhren.

Plauen - Anke Mattheß, übernahm zusammen mit ihrem Mann Ronny das Taxiunternehmen von Vater Siegfried Ulbricht in der Oelsnitzer Straße 3 in Theuma. Familie Mattheß richtete in diesem Jahr als Gastgeber eine kleine Silvesterfeier aus. "Zusammen mit Freunden werden wir bei uns feiern. Das Hauptgeschäft findet in der Nacht von 1 Uhr bis 3 Uhr statt. Dann rufen die meisten an und wollen von der Feier heim", berichtet Anke Mattheß. Das bedeutet dann, dass vorher mit den beiden Kindern kurz nach Mitternacht geknallt wird und dann muss Papa Ronny wieder auf Tour.

Silvester ist kein anderer Tag als sonst

"Da wird halt nichts getrunken und dann geht's los", erzählt Anke Mattheß gelassen. Hat sie doch die Routine, dass zu Silvester, wie an allen anderen Tagen im Jahr auch, noch gearbeitet wird. "Silvester ist kein anderer Tag als sonst auch und man verdient auch nicht mehr Geld", so die Theumaerin.

"Vorbestellungen auf die Silvesterparty erreichen uns bereits schon im Sommer", sagt sie und erklärt weiter: "Für dieses Silvester sind wir voll ausgebucht. Und dann kann es aber auch wieder passieren, dass kurzfristig einer absagt, und dann gibt es abends eine Lücke". Sie spricht von Koordination, "bei der nichts dazwischen kommen darf". Damit meint sie beispielsweise den Schnee oder Glatteis. "Man plant immer ein kleines Polster ein, bis die Leute von der Feier kommen und eingestiegen sind, aber bei Eisesglätte muss man langsamer fahren und dann wird der Zeitplan knapper." Zu den Fahrgästen sagt sie: "Diese sind an Silvester meist gut gelaunt und wollen oft einfach nur am frühen Morgen von der Tanzveranstaltung heim."

Erst morgens um sechs wieder auf Tour

Taxifahrer Klaus Lukat in der Plauener Ostenstraße 19 lässt Silvester, Silvester sein und pausiert von 16.30 bis 6 Uhr mit der Fahrerei. "Wir haben uns auf Krankentransporte spezialisiert und fahren nicht mehr über Silvester. Ab morgens um 6 holen wir unsere Patienten und transportieren sie im Tragestuhl im Taxi bis zur Dialyse", erklärt Klaus Lukat. "Wir nehmen auch Anrufe an, wenn Familien ihre Angehörigen vom Pflegeheim nach Hause transportiert haben möchten", sagt er weiter.

Erste Silvesterfete seit 21 Jahren

"Seit 21 Jahren mache ich das erste Mal über Silvester frei", freut sich Rolf Kögler, der sein Taxigeschäft genau so viele Jahre im Plauener Rotdornweg 46 besitzt. Zusammen mit seinen elf Mitarbeitern feierte er zu Silvester zum ersten Mal in gemütlicher Runde bei sich zu Hause eine kleine Fete. "Da müssen wir uns aber dennoch mit dem Trinken zurück halten, denn morgen früh fahren wir wieder", so der Chef. "Die meisten in Plauen fahren mit der Straßenbahn, die über Silvester die ganze Nacht fährt. Das merkt man schon im Silvestergeschäft", resümiert er über die letzten Jahre.

Gastwirt und Taxifahrer in einer Person

"Wir sind heute auf Abruf draußen", sagt Wolfgang Horlbeck, der neben seinem Taxigeschäft auch noch das Restaurant "Zum Friesenberg" in Großfriesen betreibt. In dem Moment, es ist Nachmittag des Silvestertages, kommt einer seiner beiden Fahrer zu ihm ins Restaurant und wartet mit seinem Chef auf den ersten Anruf.

"Von 21 bis 24 Uhr geht nicht viel. Sobald der erste Anruf kommt, ist mein Mitarbeiter unterwegs. Er bleibt dann bis 7 oder 8 Uhr in Plauen, beispielsweise an den Halteplätzen Klostermarkt, Oberen Bahnhof oder Löbelplatz, und wartet auf Kundschaft", sagt Horlbeck, der zusammen mit seiner Frau im Restaurant in den letzten Zügen der Vorbereitungen für die Silvestergesellschaft steckte. Seit sieben Jahren ist die kleine Taxigesellschaft für Plauen und Umgebung unterwegs und baut vor allem auf seine Stammgäste.

"An Silvester kann man sagen, sind ungefähr 80 Prozent angenehme Mitfahrer. Bei 20 Prozent ist der Alkoholpegel höher. Da gibt es Regeln, die besagen: Bis hierher und nicht weiter", erklärt Horlbeck. Generell nehme man aber jeden mit. Abgesehen von Partygästen fährt Horlbeck auch Krankentransporte und bietet Flughafentransfer an. "Mal sehen, was der Abend so bringen wird", sagt der Taxi-Fahrer - gespannt auf eine lange Nacht.