Talsperre Pöhl: Steg des Yachthafens soll raus

Pöhl/Möschwitz - Kerstin Schicker und Karl-Heinz (Max) Wolf fühlen sich veralbert, was ihre Segelschule in Pöhl betrifft. Das gut gehende Saisongeschäft hat sein Domizil seit drei Jahren direkt neben dem "StegHaus".

Die beiden Plauener sind ständig bestrebt, neue Attraktionen zu schaffen und tragen zur Verbesserung der touristischen Angebote bei. Erst 2013 wurde für 200.000 Euro, einen Teil davon Fördermittel, ein neuer Steg angeschafft. Die kleine Marina entwickelte sich zum Hingucker. Die blauen Schwimmkörper sind im Boden verankert. Seit Herbst tobt ein heftiger Streit zwischen den Betreibern und der Landestalsperrenverwaltung. Diese hat angeordnet, dass der Steg nach der Saison aus Vogelschutzgründen entfernt werden müsse. Auf Nachfrage, wurde seitens der Landestalsperrenverwaltung eingeräumt, dass der eigentliche Grund eventuelle Hochwasserstände sind. "Wenn der Wasserstand stark ansteigt, wird der Steg heraus gezogen", versicherte dagegen Kerstin Schicker. Jeder Rückbau koste rund 3.000 Euro. Außerdem würden die Teile eingelagert, um sie vor Diebstahl zu sichern.

Das Paar hat mehrere Anträge gestellt und erfahren, dass die Landestalsperrenverwaltung über das Thema nicht mit sich reden lässt. "Es wird nicht einmal geprüft", so Kerstin Schicker. Vom Zweckverband Talsperre Pöhl erhalten sie ebenfalls keine Unterstützung. "Wahrscheinlich ist die Entwicklung des Tourismus an dieser Stelle nicht gewollt", macht sich die Inhaberin von "StegHaus" und der Steginhaberfirma "SpoTech" ihre Gedanken. Auf Nachfrage bei der Landestalsperrenverwaltung Sachsen teilte der Leiter des Betriebs Zwickauer Mulde/Obere Weiße Elster, Gert Zobel, mit, dass zwischen der SpoTech Plauen und der Landestalsperrenverwaltung ein Vertrag existiere.

Kerstin Schicker habe bei Vertragsunterzeichnung auch den entsprechenden Passus unterzeichnet, in dem eindeutig steht, dass derartige Anlagen außerhalb der Saison aus der Betriebsanlage, dem Stausee, entfernt werden müssen. "Daran halten sich alle Besitzer. Der Steg am StegHaus ist der einzige, der im Moment noch im Wasser liegt", bekräftigte Gert Zobel und ergänzte, dass er auf die Einhaltung der Vertragsbestandteile bestehe. Kerstin Schicker ihrerseits werde den Steg verkaufen müssen, ein ständiges Herausziehen und wieder einsetzen sei kostenseitig zu aufwendig. Es werde dann auf den alten Holzsteg zurück gegriffen. ker

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