Talsperre Pöhl: Kündigung und Ankündigung

Yvonne Konrad hat ihr Geschäft an der Talsperre Pöhl gekündigt. Nur noch bis zum Ende der Saison im Oktober führt sie "Gastronomie an Bord" weiter - aus persönlichen und geschäftlichen Gründen. 2007 hatte sie das Geschäft von ihrer Mutter Rosemarie Banduhn übernommen und zu vielen Themenfahrten beigetragen. "Es ist nur schlimm für meine Mitarbeiter, aber nicht zu ändern", sagt Frau Konrad: Sechs Minijobber sind bei ihr angestellt.

"Schade, aber wir haben volles Verständnis", bedauert Mariechen Bang, Geschäftsführerin des Zweckverbandes Talsperre Pöhl. Man müsse jetzt einen Nachfolger für 2013 finden. Bewerber können sich melden. "Das betrifft die Bewirtschaftung der beiden Schiffe und des Imbissstandes an der neuen Tourist-Information." Auch sollten die Bewerber wissen, dass während der Saison sieben Tage in der Woche geöffnet sei. Um eine Vorstellung vom Umfang der Arbeiten zu erhalten, sei eine Einarbeitung noch in diesem Monat möglich.

Von der unverhofften Kündigung wussten die Teilnehmer des Tourismus-Stammtisches "Talsperre Pöhl" noch nichts. Aber auch dort gab es Neuigkeiten - für manche positive Neuigkeiten:

Die kleine Brücke in der Sperrmauer der Talsperre Pöhl wird erst in einem Jahr gebaut und nicht schon Anfang 2013. "Die Vollsperrung ist für Ende 2013 bis 2014 geplant", sagte Gerd Zobel, Bereichsleiter Zwickauer Mulde/Obere Weiße Elster der Landestalsperrenverwaltung Sachsen. Damit dauert die Ampelregelung über die Sperrmauer zwar mindestens ein Jahr länger - aber es ist genug Zeit, dass "wir versuchen, den Radweg gleich mit über die gesamte Staumauer zu bauen". Es sei allerdings noch unklar, wie die Finanzierung zustande komme. Eine Kostenschätzung ergab die Summe von 500 000 Euro für rund 300 Meter Radweg. Die Kosten für die kleine Brücke, den Ersatzneubau über die Hochwasserentlastung, belaufen sich laut Zobel auf rund 1 Million Euro.

Von Seiten der Touristiker wurde gefragt, wieso der Radweg die Hälfte der Brücke koste. Dies habe mit der Länge zu tun, sagte Zobel: Der Radweg sei 300 Meter lang, die Brücke nur 30. Zobel kündigte an, auch wenn die finanziellen Mittel für den Radweg über die Staumauerkrone nicht vorhanden sein sollten, werde gebaut. Dann würden für den Radweg Vorkehrungen geschaffen. "Wir werden alles tun, um die Belastung für Bevölkerung und Tourismus so gering wie möglich zu halten", sagte Zobel.