Talsperre Pirk begehrt

Für den Campingplatz am Stausee sollte man sich anmelden. "Vor allem am Wochenende wird es knapp, einen der 60 Stellplätze zu bekommen", sagt Christian Seidel, Geschäftsführer der Betreiber-GmbH.

Oelsnitz/Taltitz - "Das Jahr ist ganz gut angelaufen - trotz Corona", sagt der 30-jährige Seidel; seit 1. Januar 2019 ist er Geschäftsführer der Naherholung Talsperre Pirk GmbH, die auf der Nordseite einen Teil des Stausee-Ufers bewirtschaftet. Auf den Flächen stehen die 440 Bungalows von sieben Vereinen.
Bis Anfang Mai war Seidel zufolge alles geschlossen - seither erfolgten Stück für Stück die Lockerungen. "Seit vergangener Woche haben wir halbwegs Normalbetrieb - unter Beachtung dreier Gebote: Abstand halten, Mund-Nasen-Schutz in öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen tragen, Handhygiene beachten."
Seidel bedankt sich bei seinen drei festangestellten Mitarbeitern und den fünf Saisonkräften für das Verständnis, das alle gehabt hätten wegen der Corona-Einschränkungen. Der Dank des Chefs geht ebenso an die Dauercamper und die Tagesgäste. "Und auch die Zusammenarbeit mit der Talsperre Pöhl passt, insbesondere mit der neuen Geschäftsführerin Elisabeth Blüml: Wir haben zum Beispiel besprochen, Es wurde gemeinschaftlich besprochen wie gesetzliche Vorgaben am besten umgesetzt werden." Das habe beispielsweise die Öffnung der Sanitäranlagen betroffen. Für das größte Problem an der Pirk sieht Seidel keine Lösung: Die Sanierung der Trockenklos am Eingangsbereich lässt weiter auf sich warten. "Wir als GmbH haben keinen Anspruch auf Fördermittel - aber ohne geht es nicht."
Seidel hofft nach eigenem Bekunden, dass Oelsnitz‘ OB Mario Horn zu seinem Wahlversprechen steht, sich für die Talsperre zu engagieren. 2002 habe die Stadt die Verantwortung für die Talsperre abgegeben; die sieben Vereine am Stausee einschließlich der Segler) hätten daraufhin einen Dachverband gegründet, der Gesellschafter der Betreiber-GmbH ist.
Dieses privatwirtschaftliche Betreibermodell führt allerdings dazu, dass staatliche Fördermittel in weite Ferne rücken. "Obwohl: Für die Sanierung des Spielplatzes beim Imbiss gibt es trotzdem welche, weil unsere Strandpromenade Teil des Fernwanderweges von Budapest nach Eisenach ist", erklärt Seidel. "Nach der Saison sollen die Arbeiten starten."
Apropos Imbiss: Seidel zufolge haben die Imbissbetreiber dieses Jahr den benachbarten Bootsverleih übernommen. "Das läuft gut."
Nicht gut lief dagegen nach den Worten des Chefs die Betreibung der Gaststätte "Haus am See", die jetzt wieder leer steht. "Wir überlegen, was wir mit dem Gebäude machen: Selbst nutzen oder einen neuen Pächter finden?"
Und was wird aus dem Dauerthema "Rundwanderweg um die ganze Talsperre"? "Dieses Thema steht nicht oben auf der Prioritätenliste: Wegen der Eisenbahn am anderen Ufer sehe ich auf absehbare Zeit keine Möglichkeit. Eher wird wohl unsere Toilette am Empfang saniert."
Stolz ist Seidel mit Blick auf die Wasserqualität seines Badegewässers, auch wenn das von Mai bis September prüfende Gesundheitsamt am Donnerstag gemeldet habe, dass in der Pirk "beginnendes Algenwachstum" zu verzeichnen sei. "Ich habe noch keine offizielle Nachricht", sagt Seidel gestern; er habe nur eine Meldung im Radio gehört.
Auch Jens Weigel, der Leiter der DRK-Wasserwacht an der Pirk, sieht die Algen als derzeit nicht dramatisch an. "Das Algenwachstum hat Anfang vergangener Woche begonnen, dann aber nachgelassen. Jetzt hat sich die Situation wieder gebessert. Aber wenn kein Regen kommt und also kein Sauerstoff ins Wasser eingetragen wird, muss man sich nicht wundern, zumal mehr Wasser aus dem Stausee ab- als zufließt", sagt er. ufa