Tagesklinik ganz neu

Altes denkmalgeschütztes Haus in neuem Kleid: So zeigt sich die Tagesklinik der Erwachsenenpsychiatrie jetzt am Sächsischen Krankenhaus Rodewisch. Drei Millionen Euro hat der Umbau gekostet.

Von Cornelia Henze

Rodewisch - Ausgelegt ist die Tagesklinik auf 25 Patienten zwischen 18 und 70 Jahren , die sich beispielsweise nach vollstationärem Aufenthalt dort wieder für das Alltagsleben fit machen lassen. Aktuell besuchten sogar 30 Patienten die Station B 9, der Bedarf sei hoch, die Warteliste lang, sagt Oberärztin Angelika Kurzweg. Begehrt deshalb, weil manche Patienten wenn möglich eine vollstationäre Behandlung vermeiden wollen. "Wir haben Mütter darunter, die sich zu Hause um ein Kind kümmern müssen oder Patienten, die ihre Eltern pflegen", so Angelika Kurzweg über mitunter nicht einfache Lebensumstände. Die Oberärztin plus acht weitere Mitarbeiter, so Psychologen, Krankenpfleger, eine Sozialpädagogin sowie Ergo-, Musik- und Kunsttherapeuthen, begleiten psychisch Kranke bei der Krisenintervention, bei Wiedereingliederung und sie motivieren zu weiterführenden Psychotherapien.
Schön, hell und modern haben es die Tagesklinik-Patienten auf jeden Fall jetzt. Lob aus dem Munde der Bauherren vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB) und dem Finanzministerium gab es zur Einweihung gestern reichlich. Geplant und gebaut wurde je zwei Jahre - verbaut drei Millionen Euro: Dabei steuerte das landeseigene Krankenhaus 1,2 Millionen Eigenmittel auf, der größe Teil wurde aus Steuermitteln mitfinanziert und entstammt dem sächsischen Haushalt.
Seit 1966 existiert die Tagesklinik und damit die Station B 9, die sich in das Ensemble der gelben Klinkerbauten (deshalb auch "Gelbe Häuser) inmitten eines Landschaftsparkes einfügt. Nach all der Zeit ist die B 9 in die Jahre gekommen: Das Dach wurde saniert, weil dort Schimmel war, weiter wurde das Haus von Altlasten befreit, Brand- und Wärmeschutz angebracht, ebenso außen eine Feuertreppe als zweiten Rettungsweg. Das Gebäude ist barrierefrei, unter anderem durch einen Aufzug. Im Kellergeschoss, das um 30 Zentimeter abgesenkt wurde, ist Platz für einen Sportraum. Neu sind die beiden Terrassen, mit Hochbeeten, Bänken und einem im Boden eingelassenen Schachbrett. Dort können die Patienten an schönen Tagen Sonne tanken - natürlich auch in den Innenräumen an der Lichttherapie. Von 1992 an wurden peu à peu alle Gebäude saniert und insgesamt 97 Millionen Euro investiert. Die B 9 war eine der letzten Stationen, der Modernisierung widerfuhr. Im nächsten Jahr beginnt man einen Neubau für zwei Stationen zu errichten, für die Forensische Psychiatrie wird ein Torhaus gebaut und die Sicherheits- und Brandschutzanlagen erneuert.