Syrauer Windmühle begeistert kleine Müller

Rosenbach/Syrau - Eine Schar kleiner Müllerinnen und Müller ließ sich wieder einmal in die Geheimnisse des Mehlmahlens einführen: Am Freitag fand in zwei Durchgängen eine Veranstaltung zum Motto "Ich möchte so gern mal Müller sein" für Vier- bis Zehnjährige statt, die anschließend sogar ein Zertifikat für ihre Arbeit erhielten.

Besonders die Anmeldungen für den Nachmittag hatten großen Zuspruch, so dass es für die letzten Interessenten sehr eng wurde: Mit den drei Kindern Fiona, Annabell und Simon, alle zu Besuch im Vogtland, war die magische Grenze von 20 Teilnehmern erreicht. "Wir sind erst gestern aus Ludwigsfelde im IFA-Park Schöneck angereist und unsere erste Tour führte in die Drachenhöhle. Dort haben wir von der Veranstaltung erfahren und sind froh, dass die Kinder noch eben teilnehmen können", sagte Doreen Sobeck, die mit Partner Thomas Wurzinger und den Kindern Annabell (4) und Simon (7) kurz vor 'Toresschluss' erschienen war.

Chefin Heidrun Bauer vermittelte den Kindern in einem halbstündigen Rundgang bis ins Dachgeschoss auf verständliche Weise Wissenswertes über die Einrichtung und die Arbeiten eines Müllers, bevor diese selbst Hand anlegen durften. Erstaunen löste bei den Kleinen aus, wie viel Kraft der Müller aufbringen musste, um die Ruten - so nennt man die Flügel - mit dem ganzen Dach in die richtige Richtung zu drehen. Auch das Rätsel, weswegen die Mühle zwei Türen hat, löste sie mit den Worten auf: "Stellt euch vor, der Müller muss aus der Mühle hinaus und vor der Tür drehen sich gerade die Ruten, da könnte er gar nicht ins Freie".

Dann war es so weit: An der kleinen Handmühle konnten die Besucher unter Beweis stellen, welche Kräfte sie schon entwickeln können, denn es ist gar nicht so einfach, den Mahlstein mit dem richtigen Schwung in Drehbewegung zu halten. Besonders bei den Vorschulkindern war die Hilfe von Birgit Karge gefragt, um die erforderliche Menge Mehl für den Teig der Stockbrote herzustellen. Dort half dann die Chefin selbst mit.

Nach dem Ausformen des Teiges um die Stecken konnten die Mädchen und Jungen beobachten, wie aus dem selbst gemahlenen Mehl im Freien über dem offenen Feuer Stockbrot gebacken wurde. Beate und Volker Friese, die Enkel Thorben aus München das Erlebnis ermöglichten, zeigten sich über die Reaktion des Vierjährigen begeistert, der allerdings vor dem Backen "das große Zahnrad und die Flügel der Mühle am tollsten" fand. jpk