Syrauer "Sportchef" will "offene Worte" hören

Eigentlich wollte Andreas Scherf den Vorsitz im Syrauer Sportclub S 1919 schon einige Male hinwerfen. Doch nun hat er es sich doch noch einmal überlegt. "Zwei Jahre mache ich noch weiter", eröffnete er zur jüngsten Mitgliederversammlung den im Sportlerheim Syrau zahlenmäßig stark vertretenen Sportlern. "Wenn ihr mich wollt", fügte er zu, worauf kräftiger zustimmender Applaus folgte. Es seien oft nur Kleinigkeiten gewesen, die ihn an dem Ehrenamt haben zweifeln lassen, erklärte er der jüngsten Vergangenheit. "Das alles hätte nicht sein müssen, wenn die Kommunikation gestimmt hätte. Ab sofort also gilt, wenn etwas nicht läuft, will ich offene Worte hören." Der Appell schien angekommen, Scherf wurde als Vorstandsvorsitzender bestätigt. Ebenfalls unverändert wurden Lothar Klaubert als 1. Stellvertreter, Beate Weigl als Schatzmeisterin, Eberhard Müller als Technischer Leiter und Jens Männig als PR-Mann bestätigt. Ines Roßbach ist aus der Leitung ausgeschieden. Für sie stieß Sabine Nestripke in den Vorstand und fungiert als 2. Stellvertreterin von Scherf.

Dem Syrauer Sportclub gehören aktuell 398 Mitglieder an, wobei dem Nachwuchs- und dem Erwachsenenbereich annähernd je 50 Prozent der Sportler zuzuordnen sind. Mit 146 Mitgliedern stellen die Mannschaften im Fußball die meisten Mitglieder. In Syrau trainieren 97 Leichtathleten. Die restlichen Mitglieder verteilen sich auf die Volleyballer, Tischtennisspieler, Nordic Walker, auf die Gymnastikgruppe und den Babysport.

Die Abteilungsleiter der Sektionen sowie Scherf blickten zurück auf zwei überaus erfolgreiche Jahre. Die Erfolge beschränken sich nicht nur auf sportliches Gebiet. Auch die Sport- und Trainingsbedingungen haben sich verbessert. Das neue Sportheim gehört längst zum gewohnten Ambiente. Scherf würdigte insbesondere, dass das "kleine Stück des Konjunkturpakets" der Sanierung der örtlichen Turnhalle zuteil wurde. Die Aschebahn werde stetig erneuert und gepflegt, ein Beachvolleyplatz ist angelegt und der Rasenplatz saniert. Zwei neue Tischtennisplatten konnten angeschafft werden, ebenso ein Radio für die Gymnastik-Frauen.

Auch die Mitgliederentwicklung von 350 im Jahre 2007 auf 398 jetzt würdigte der Vereinschef. Vorwiegend im Bereich der Nachwuchs-Leichtathleten und -Fußballer sei die Zunahme der Mitgliederzahl begründet. Das führte Scherf auf eine gute Zusammenarbeit des Vereins mit der Schule und dem Kindergarten zurück. Wo viel Licht, ist auch viel Schatten. Als unbefriedigend wertete Scherf die Situation um das alte Vereinsheim. "Wir hätten besser zu Wohnungen ausbauen sollen, dann hätte der Verein regelmäßige Mieteinnahmen", überlegte er laut. Außerdem kritisierte er, dass es noch immer nicht zu einem langfristigen Vertrag über die Nutzung des Sportheims und des Geländes zwischen dem Sportclub und der Gemeinde Syrau gekommen sei. "Hier muss die Gemeinde auf uns zukommen."

Vereinsmitglied und Bürgermeister Achim Schulz formulierte die Selbstverpflichtung, im kommenden Jahr einen gemeinsamen Nutzungsvertrag auf die Beine zu bringen. Probleme gäbe es angesichts der vielen Sektionen und Gruppen zeitweise auch bei der Belegung der Turnhalle, so Scherf. Hier bot Schulz insbesondere den Gymnastikgruppen, den Tischtennisspielern oder dem Babysport an, die derzeit kaum genutzten Räume der einstigen Grundschule mit zu nutzen. Scherf stellte über dies die rhetorische Frage, ob der Sportverein angesichts der teils überragenden sportlichen Erfolge im Verwaltungsverband Rosenbach gut aufgehoben sei. "Eventuell wäre es besser für uns, wenn wir uns der Stadt Plauen anschließen würden." va