Syrauer Drachenhöhle feiert 85. Geburtstag

Vor 85 Jahren wurde die Drachenhöhle Syrau entdeckt - durch einen Zufall. Zum Jubiläum gibt es ein Kolloquium und im März freien Eintritt für alle Geburtstagskinder.

Rosenbach/Syrau - "Als am 14. März 1928 Willy Undeutsch eine Felsspalte erweiterte, um den in der Tiefe verschwundenen Meisel seines Vaters zu bergen, ahnte niemand, dass damit die einzige Schauhöhle Sachsens entdeckt wurde", sagt Höhlenchefin Heidrun Bauer. Lehmverschmiert kam der Filius erst nach langer Zeit wieder ans Tageslicht. Die Kunde von der Höhle breitete sich wie ein Lauffeuer aus. Was sagten die Sänger der Singstunde? "A scheenes Ascheloch, des mer zuschütten."

Der Gemeinderat beschloss am 23. März den Ausbau des unterirdischen Refugiums. 199 Tage später - am 29. September - war die Höhle der Öffentlichkeit zugänglich und erfreute sich 1929 des Besuchs von mehr als 162 000 Schaulustigen. Die Höhle blieb zu allen Zeiten im Besitz der Gemeinde; heute kommen durchschnittlich 40 000 Gäste im Jahr.

Nun findet am 16. März in Syrau ein Kolloquium anlässlich des 85. Geburtstages statt. In der alten Schule beginnt 10 Uhr eine Vortragsreihe mit Beiträgen zum Thema "Höhlen" Danach wird sich ein Rundgang in der Höhle anschließen. 19 Uhr findet im Höhlenheim eine öffentliche Festveranstaltung statt.

Zugesagt haben bereits Michael K. Brust vom Bundesverband der Höhlenforscher, der in seinem Vortrag eine Reihe anderer bekannter Höhlen vorstellen will, und Diplom-Geologe Jens Leonhardt aus Ilmenau, der einen Einblick in die Bleßberghöhle geben wird. Diese Höhlenformation wurde erst vor wenigen Jahren bei den Tunnelbauarbeiten der Deutschen Bahn entdeckt und ist noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. va