Suizid: Junger Afghane von Auto überrollt

Ein 17-jähriger Afghane hat sich in Rodewisch von einem Auto überfahren lassen. Die Polizei spricht von Selbstmord und nach ersten Ermittlungen gibt persönliche Probleme für die Tat an.

Rodewisch - In suizidaler Absicht habe sich der junge Mann am Sonntag gegen 20.15 Uhr auf die stark befahrene B 169 (Lindenstaße), auf Höhe des Busbahnhofes gelegt, heißt es von der Polizei. Es war dunkel und es herrschte starkes Schneetreiben:

Wegen diesen Witterungsbedingungen sah der 63-jährige Opelfahrer den dunkel gekleideten Jugendlichen nicht auf der Fahrbahn liegen. Er konnte nicht mehr ausweichen, überrollte den jungen Afghanen, der laut Polizei noch vor Ort starb. Ali Azizi, war ein sogenannter "Unbegleiteter minderjährige Asylbewerber" (Uma), lebte seit 13. Oktober 2015 mit 23 anderen Umas im Internat des Rodewischer Berufsschulzentrums und stand unter Obhut des kreislichen Jugendamtes.

Von persönlichen Problemen des jungen Mannes habe das Jugendamt keine Kenntnis, so Kreissprecherin Kerstin Büttner. Azizi habe in Rodewisch Fußball gespielt und habe Kontakte zu deutschen Familien gefunden. Bei seinen Mitbewohnern war am Montag die Trauer groß. "Etliche der Jungs lagen weinend am Boden", sagt Sascha Vrecar, der den jungen Ausländer die deutsche Sprache lehrt.

Auch Ali sei in seiner Klasse gewesen. Ali sei sehr sportlich und agil gewesen, allerdings in letzter Zeit traurig. Kürzlich habe er auf der Treppe gesessen und geweint. Mitbewohner schließen Liebeskummer nicht aus. Alis Eltern leben in Teheran. Zu ihnen will die Kreisverwaltung Kontakt aufnehmen. Bewohner und Mitarbeiter am Internat erhielten seelsorgerische Begleitung. Eine Trauerfeier für Ali ist geplant. cze