Suche nach Atommüll-Lager

Bis 2031 soll ein Ort in Deutschland gefunden sein, wo die Hinterlassenschaften der Atomindustrie verwahrt werden. Das Vogtland kommt nicht in Frage - könnte aber betroffen sein.

Plauen - Die Anti-Atom-Organisation ".ausgestrahlt" hat eine Deutschlandkarte veröffentlicht, in der 129 Landkreise und kreisfreie Städte eingezeichnet sind, die von der Suche nach einem Lager für hochradioaktiven Atommüll betroffen sein können, da es auf ihrem Gebiet oder in direkter Nachbarschaft entsprechende Gesteinsformationen gibt. Das teilt die Organisation mit.
Demnach könnte auch der Vogtlandkreis betroffen sein, da in direkter Nachbarschaft entsprechende geologische Formationen existieren: In Oberfranken, im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, gibt es geeignete Granitfelsen.
Weiter heißt es in der ".ausgestrahlt"-Mitteilung: Die Suche für ein solches langfristiges Lager wurde 2017 neu gestartet und soll bis 2031 abgeschlossen sein.
"Da die Suche laut Gesetz auf Regionen mit Salz-, Kristallin- und Tonvorkommen begrenzt ist, ergeben sich daraus erste Anhaltspunkte, welche Gebiete betroffen sein können", erklärt Jochen Stay, ".ausgestrahlt"-Sprecher. "Auf Grund vorhandener Studien, etwa von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, haben wir die Regionen identifiziert, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen können, in die Suche einbezogen zu werden. Wichtig ist uns der Hinweis, dass die in der Karte eingezeichneten Gebiete noch nicht von offizieller Seite ausgewählt sind, jedoch auf Grund ihrer geologischen Voraussetzungen potenziell für das Standortauswahlverfahren infrage kommen."
In Sachsen kommen ".ausgestrahlt" zufolge theoretisch ingesamt vier Landkreise als Orte für die Lagerstätte in Frage, weil es dort Kristallingestein/Granit gibt: Görlitz, Bautzen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Mittelsachsen. Auch das Gebiet der Stadt Dresden erfülle die Bedinungen.
".ausgestrahlt" ist laut Stay eine 2007 gegründete Anti-Atom-Organisation mit Sitz in Hamburg, die bundesweit Atomkraftgegner darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen. Man veröffentliche die Karte bereits jetzt, damit Betroffene sich frühzeitig informieren können und selbst aktiv werden. "Denn das vom Bundestag beschlossene Standortauswahlverfahren gibt den Menschen in den entsprechenden Regionen keine Mitbestimmungsrechte. Wir fordern: Die Menschen, die am Ende mit dem Risiko leben müssen, dürfen nicht übergangen werden", scheibt Stay.
Die interaktive Karte ist im Internet zu finden wie die Liste der 129 Landkreise und kreisfreien Städte, die von der Suche nach einem tiefengeologischen Lager für hochradioaktiven Atommüll betroffen sein können, da es auf ihrem Gebiet oder in direkter Nachbarschaft entsprechende Gesteinsformationen gibt.