Strukturkonzept für Theater Plauen-Zwickau

Die neue Führungsspitze des Theaters Plauen-Zwickau hatte im Zuschauerbereich des Ratssaales Platz genommen, der Vorsitzende des Theaterfördervereins ebenfalls, dessen Stellvertreter sitzt seit kurzem als Stadtrat für die CDU sowieso im Parlament.

Ihr besonderes Interesse galt Tagesordnungspunkt 3.4. "Strukturkonzept der Theater Plauen-Zwickau gGmbH". Und dahinter verbarg sich tatsächlich einiger Sprengstoff. War doch kürzlich deutlich geworden, dass das Theater spätestens 2012 in eine bedrohliche finanzielle Schieflage geraten werde, wenn nämlich ein Loch von 3,1 Millionen Euro im Etat klaffe. Überlegen wie das zu vermeiden sei, damit beauftragt wurde ein darauf spezialisiertes Unternehmen in Leipzig, dessen Vertreter Danilo Pamian die gewonnenen Erkenntnisse den Stadträten vortrug.

  Stellenstreichnungen   Dass man es nicht unbedingt mit der Quadratur des Kreises zu tun hatte, versuchte Pamian darzustellen. Er beleuchtete im wesentlichen drei Modelle, favorisierte aber gleichzeitig Variante drei. Und die sieht vor, sechs Stellen im Orchester zu streichen bei gleichzeitiger zehnprozentiger Arbeitszeitverkürzung für alle Ensemblemitglieder. Darüber hinaus müssen weitere 32 Stellen im nichtkünstlerischen Bereich reduziert werden. Und: Bis spätestens Ende Juli 2011 muss ein neuer Haustarif greifen. Rechnet man die damit erzielten Einsparungen zuammen, ergibt sich eine Summe von fast exakt 3,1 Millionen Euro, lediglich 70 000 Euro bleiben offen. Ein Betrag von dem man hofft, dass er überschaubar genug sei, um ihn von beiden Landkreisen zu schultern. Zuvor hatte Pamian deutlich gemacht, dass die Schließung einzelner Sparten durchaus keine Millionen-Einsparungen bringe. Lediglich die komplette Schließung des Musiktheaters würde sieben Millioen "einspielen", wäre aber mit exorbitanten Abfindungen verbunden.

 

In die Diskussion gebracht wurde auch die Erweiterung des Gesellschafterkreises über die beiden Städte Plauen und Zwickau hinaus. Im Klartext, die größere finanzielle Einbindung des Vogtlandkreises und des Kreises Zwickauer Land. Zumal Analysen ergaben, dass sich beide Städte mit 54 Prozent an der Finanzierung "ihrer" Theater beteiligen, der Freistaat mit 26 Prozent, die Landkreise über Mittel des Kulturraumes aber lediglich mit 19 Prozent. Das Publikum des Theaters rekrutiere sich dagegen zu 40 Prozent aus den Landkreisen. Einer "Goldesel-Vermehrungstheorie" erteilte der Oberbürgermeister eine deutliche Absage.

  Landkreise ins Boot holen   Nachdem sich Prof. Lutz Kowalzick (CDU) danach erkundigt hatte, auf welchem Stand die Tarife eingefroren werden (dem von Mai 2009), äußerten sich die Vertreter der Linken, der Grünen und der FDP im wesentlichen zustimmend zur favorisierten Variante 3, die Claudia Hänsel (Linke) wohl zu Recht als das kleinste von drei Übeln bezeichnete. Dieter Rappenhöner (Grüne) plädierte für eine Vertagung der Entscheidung, um in der verbleibenden Zeit die Landkreise stärker in die Finanzierung einzubinden.

 

Dies sei nicht möglich, so Oberdorfer, um Fördermittel nicht zurück zahlen zu müssen. Abschließend warb auch Kulturbürgermeister Uwe Täschner für eine Entscheidung. Der Stellenabbau werde sozialverträglich erfolgen, zumal ein Teil der Stellen derzeit sowieso nicht besetzt sei. Mit Stimmenthaltung der Linken und Teilen der FDP wurde die Entscheidung angenommen.  tp