Stromautobahn durchs Vogtland

Strom von Windrädern soll vom Norden Deutschlands nach Bayern fließen, wo die Industrie auf Atomstrom verzichten muss. Die Energiewende hat Folgen - für uns.

Plauen - Geplant ist ein unterirdisches Kabel von Wolmirstedt bei Magdeburg bis Isar bei Landshut - eine Trasse 535 Kilometer lang und (mit Schutzstreifen) etwa 20 Meter breit. "Der erste Strom soll 2025 fließen", sagt Axel Happe vom Netzbetreiber "50Hertz", der die "SuedOst-Link" genannte Leitung im Auftrag der Bundesrepublik baut.

Nach Happes Worten ist noch nix entschieden - aber möglich ist, dass die Stromautobahn auf ihrem Weg von Sachsen-Anhalt über Thüringen das Vogtland quert, um nach Bayern zu gelangen.

Es gibt mehrere Varianten im Vogtland, doch der aus "50Hertz"-Sicht am besten geeignete Verlauf ist laut Happe folgender: Die Trasse erreicht zwischen Bernsgrün und Mehltheuer den Vogtlandkreis, umgeht westlich Oberpirk und Drochaus, passiert Demeusel auf der östlichen Seite und verläuft in südlicher Richtung zwischen Leubnitz und Rodau.

Dann führt sie westlich an Tobertitz und östlich an Reuth vorbei, bevor sie westlich von Grobau Thüringen bei Straßenreuth erreicht. Happe zufolge haben die Fachleute 50 Kriterien untersucht - viele verbieten die Trasse oder erschweren sie: Beispiele? "Die Trasse wird nicht durch Ortschaften oder Gewerbegebiete geführt. Naturschutzgebiete, Wald oder besonders schützenswerte Areale werden gemieden, Felsformationen und steile Hänge versucht man zu umgehen."

Wie Happe betont, legt "50Hertz" Wert auf Öffentlichkeitsarbeit und - wie im Gesetz gefordert -beteiligung. "Die Hinweise - auch jene der Antragskonferenz in Gera am 13. Juni mit Trägern öffentlicher Belange und Bürgern fließen in die Pläne ein, die voraussichtlich Mitte nächsten Jahres öffentlich ausgelegt werden.

Dann kann jeder Einwände vorbringen. Ablehnungen müssen begründet werden. Ende 2018 soll ein 1000 Meter breiter Korridor feststehen, in dem der Kabelgraben samt 20 Meter breitem Schutzstreifen verläuft." Dann beginnt das Planfeststellungsverfahren - "grundstücksscharf", sagt Happe. "2021 soll der Baustart erfolgen."

Noch unklar sei, ob zwei Kabel verlegt würden für innovative 525 kV Gleichstrom oder vier Kabel für herkömmliche 320 kV. "Die Versuche für die neue Technik laufen. Im Übrigen gibt es bereits Gleichstromtrassen - nach Dänemark und von den Windparks auf See, wenn auch nicht mit solche hohen Spannungen." Nach Happes Bekunden wird mit jedem Flächeneigentümer eine friedliche Einigung angestrebt. "Die Flächen bleiben im Eigentum des Besitzers, aber eine Dienstbarkeit wird ins Grundbuch eingetragen, die ein Wegerecht zur Trasse regelt und festlegt, dass im Schutzstreifen nicht gebaut und keine Bäume gepflanzt werden dürfen.

"Der Eigentümer bekommt für die in Anspruch genommene Fläche eine einmalige Entschädigung", sagt Happe. Richtwert hierfür seien rund 20 Prozent des Verkehrswerts. Happe bestätigt, dass es im Härtefall zur gerichtlichen Durchsetzung der Mitbenutzung kommen könne. Das Wort "Enteignung" benutzt er nicht. Interview

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