Streit um Naturschutzgebiet bei Syrau

Seit Jahren wird um das Naturschutzgebiet Syrau-Kauschwitzer Heide gestritten. Naturschützer fordern, den ursprünglichen Zustand ohne höheren Bewuchs zu erhalten, der Eigentümer sieht sich dazu nicht in der Pflicht. Ursache des Ganzen ist nach Ansicht von Heiner Löcher aus Syrau und anderen die Privatisierung des Geländes nach der Wende, nach der Aufgabe des Terrains durch die Sowjetarmee.

Die Natur hat sich das Areal zurückgeholt - wie im Grünen Band entlang des "Eisernen Vorhanges". Seltene Tiere erschlossen sich den Lebensbereich Stück um Stück. Das hat auch die Pflanzenwelt getan: Dort, wo noch vor Jahren kaum Bewuchs zu verzeichnen war, wachsen Gehölze und Sträucher in die Höhe und bedrohen die in offener Natur lebenden Tiere, wie am Boden brütende Vögel. Jetzt wird um den Erhalt der "gefiederten" Neuansiedlungen gekämpft.

Das wäre nach Meinung von Frank Baumann, Chef der Ortsgruppe Plauen des "Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland" (BUND) möglich gewesen, hätte man den BUND damals nicht vergrämt - mit der Auflage, "Entsorgung der Altlasten". "Die ist von Anbeginn an Sache des Staates gewesen", so Baumann. Die Altlasten bedrohen aber heute eigentlich noch jeden, der das Gebiet betritt. Man hat in den letzten Jahren scharfe Granaten im Gelände gefunden und auch eine Bombensprengung war Baumann zufolge erforderlich.

Der Verkauf des gesamten Geländes - es soll sich um etwa 600 Hektar handeln - sei im Wissen des Käufers geschehen, dass das Landschaftsschutzgebiet zum Naturschutzgebiet erhoben wurde, so Baumann weiter. Nach Recherchen des CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Heinz, der mit einer Anfrage an das Landesumweltministerium tätig war, war bei Verkauf eine Klausel enthalten, dass "Naturschutzauflagen zu dulden sind."

Heinz resümiert nach Erhalt einer Stellungnahme des Ministeriums: "Nach Aktenlage sei am derzeitigen Zustand des Geländes nichts zu beanstanden." Das ist auch die Meinung des Eigentümers der Flächen, dessen Handeln sich nach seiner Aussage im Einklang mit den Behörden befindet. Offen bleibt - auch nach eingeholten Informationen vom Landratsamt - die Frage, warum das Gelände am 20. November 1997 verkauft wurde, obwohl schon damals feststand, dass kurze Zeit darauf eine Erhebung zum NSG mit weit reichenden Pflichten für den Eigentümer stattfinden wird. jpk