Streit bei Vogtland-Piraten: Generalsekretär Kai Grünler tritt mit sofortiger Wirkung zurück

Zur Begründung sagte Grünler, sowohl die Landespartei als auch der Vorsitzende des Kreisverbandes Vogtland vernachlässigten die Basisarbeit und entschieden vieles von oben herab. Kreisverbandschef Andreas Weichold wies die Kritik zurück, äußerte sich aber ebenfalls kritisch über die Parteiführung in Dresden.

Ausgebrochen war der Streit wegen einer am Mittwoch im Internet veröffentlichten Pressemitteilung der Piraten im Vogtland. Unter der Überschrift "Vogtlandjungs: Hände weg vom Nahen Osten", hatte der Kreisverband sich außenpolitisch zu einem Thema positioniert, das weder Landes- noch Bundespartei bisher angesprochen haben. Das und einige Formulierungen sorgten für erheblichen Ärger zwischen Bundes-, Landes- und Kreisverband. Aber auch innerhalb der vogtländischen Piratenpartei rumorte es deshalb kräftig. Grünler sagte, Weichold habe Pressemitteilungen generell ohne Abstimmung mit dem Kreisvorstand veröffentlicht.

Zudem entscheide Weichold "sehr allein herrlich" und vernachlässige demokratische Spielregeln. Der Landesvorstand wiederum kümmere sich nur um die Kreisverbände in Leipzig, Dresden und Chemnitz. Die vogtländische Partei werde "hängen gelassen", kritisierte Grünler. Als weiteren Rücktrittsgrund nannte der 40-jährige IT-Experte noch Zeitmangel.

Weichold sagte, Grünler sei beruflich stark eingebunden und habe wenig Zeit für die Parteiarbeit gehabt. Deshalb sei auch die Abstimmung über Dinge wie Pressemitteilungen mit ihm schwierig gewesen. Zugleich habe sich der Landesvorstand in Dresden über die Pressemitteilung zum Nahen Osten echauffiert und eine Zurückziehung gefordert. Der Landesvorstand wollte sich dazu nicht äußern.