Straßenbahn Plauen zieht im März an Wiesenstraße

 

Plauen - Den Unbilden des Winters kann Barbara Zeuner doch das eine oder andere Gute für ihr Unternehmen abgewinnen. Nutzten doch in diesem Monat mehr Fahrgäste die Plauener Straßenbahn, erfuhr von der PSB-Geschäftsführerin.

 

Wenn die kalte Jahreszeit auch für die Tram Mehrkosten zur Folge habe, beispielsweise durch den verstärkten Winterdienst, so helfe es doch dem Unternehmen. Der eine oder andere Autofahrer lässt sein Fahrzeug stehen und steigt in die Straßenbahn, um auf Arbeit zu kommen oder wenn?s zum Einkaufen geht. So nutzten im Winter durchschnittlich 30 000 Fahrgäste pro Tag die Straßenbahn, in den anderen Jahreszeiten liege der Wert bei rund 24 000 Frauen, Männer und Kindern.

Mit dem Abschluss der Arbeiten für den neuen Betriebshof an der Wiesenstraße endet ein Mammutprojekt für die PSB. Anfang März solle die Verwaltung von der Melanchthonstraße an die Wiesenstraße umziehen. Das bisherige Verwaltungsgebäude stehe zum Verkauf. Die Stadt habe vom Vorkaufsrecht keinen Gebrauch gemacht.

Nach der offiziellen Einweihung Ende März ist am Wochenende, 24. und 25. April, ein Tag der offenen Tür im neuen Betriebshof geplant. Der Betriebshof selbst ist auf dem Areal unweit des Unteren Bahnhofs seit 80 Jahren zu finden. Insgesamt 17 Millionen Euro sollte der Neubau kosten, "tatsächlich liegen wir aber unter 16 Millionen Euro", freut sich die PSB-Geschäftsführerin. Ein Grund für diese für öffentliche Vorhaben nicht übliche Kostendisziplin sei eine vor Ort ansässige Bauüberwachung, schnelles Handeln und kostengünstige Angebote.

 

Drei Viertel der Investitionssumme steuerte der Freistaat Sachsen bei, hinzu kamen 1,1 Millionen Euro vom Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und den Rest schulterte das städtische Unternehmen selbst. "Der Neubau war dringend nötig, da die Werkstätten und Betriebsanlagen nicht mehr den technischen Anforderungen gerecht wurden", begründet die Fachfrau das Vorhaben und ergänzt: "Eine gemischte Instandhaltung von Alt- und Neufahrzeugen wäre nicht zu realisieren gewesen." Der nächste Schritt für eine moderne Plauener Straßenbahn ist die allmähliche Erneuerung des Fuhrparks. Gibt es grünes Licht aus Dresden für die Fördermittel, dann soll noch in diesem Jahr der Kauf von zwei Niederflurbahnen beantragt werden.

 

Der Eigenanteil dieser zwei Straßenbahnen soll "von unserem Unternehmen" selbst finanziert werden, ergänzt Frau Zeuner. Klappt das alles in diesem Jahr, so könnten 2012 die ersten Niederflurbahnen durch die Spitzenstadt fahren. Zehn Neufahrzeuge seien insgesamt geplant. "Wir brauchen diese neuen Fahrzeuge, denn unsere Straßenbahnen sind durchschnittlich 25 Jahre alt", erinnert die Geschäftsführerin. Rückläufig ist die gefahrene Zahl von Straßenbahn- und Buskilometern. Waren es im letzten Jahr 1,5 Millionen, so sind für heuer 1,4 Millionen Kilometer veranschlagt. Ein Grund für diese Entwicklung sei der Mehraufwand durch den Schienenersatzverkehr auf der Neundorfer Straße und die damit verbundenen Linienveränderungen im letzten Jahr gewesen.

Der Schienenersatzverkehr auf dieser mehrjährigen Baustelle habe die Plauener Straßenbahn 200 000 Euro pro Jahr zusätzlich gekostet. Nicht zuletzt auch deshalb zeigte sich Frau Zeuner zufrieden mit dem Bauende für die Neundorfer Straße. Immerhin gebe es nun auch mehr Fahrgäste auf der Linie nach Neundorf als vorher. Die Probleme mit nicht richtig in den Buchten parkenden Autos seien im Großen und Ganzen überwunden. Auch für die neue Haltestelle vorm Rathaus zieht die PSB-Geschäftsführerin eine positive Bilanz. "Unsere Einnahmen an den Fahrscheinautomaten vorm Rathaus sind wie an den anderen Haltestellen auch."

 

Von Bert Walther