Straßen kehren auf die harte Tour

Die Kehrmaschine muss durch. Doch immer wieder sind parkende Autos im Wege. Was soll die Städtische Straßenreinigung in Oelsnitz machen? Das Ordnungsamt greift durch.

Oelsnitz -  Es ist Montagmorgen in aller Frühe und noch wunderbar kühl. Das wissen Hauptamtsleiter Hannes Schulz sowie Carla Rudert und Birgit Thomas vom Ordnungsamt beim Treff am Rand der Egerstraße zu schätzen. Ansonsten gibt es wieder mal Ärger. Zum Start der periodischen Straßenreinigung in Zuständigkeit des Bauamtes stehen neun Autos auf der Seite mit den geraden Hausnummern bis hinunter zur B 92 im Halteverbot. Das hatte die Stadt drei Kalendertage vorher ausschildern lassen. Erneut hat es nicht bei allen Betroffenen geholfen, dass Zeit- und Routenplan der Straßenreinigung in Tagespresse und Stadtanzeiger veröffentlicht worden waren. Rudert und Thomas gehen die Straße ab. Eine verteilt die Knöllchen an den Windschutzscheiben, die andere nimmt Beweisfotos auf. Immerhin zwei Autofahrer haben ihre Fahrzeuge kurz nach 6 Uhr noch aus der Verbotszone wegbewegt. Die Straßenkehrmaschine der Esgo, welche den Kirchberg herauf kam, wartet schon. In früheren Zeiten musste sie um die Parksünder herum Slalom fahren. Nacharbeiten waren nötig. Diesmal nicht. 
"Wir ziehen heute einfach mal die harte Tour durch", sagt Frau Thomas. Bereit steht das Fahrzeug vom Berge- und Abschleppdienstes Schneider aus Oelsnitz. Inhaber Michael Schneider befestigt die Halteriemen am ersten falsch parkenden Wagen zur kurzen Luftreise auf den Transporter. 
Keine fünf Minuten vergehen, dann steht der Skoda auf der anderen Straßenseite, dort, wo am Montag nicht gekehrt wird. "Wir sehen davon ab, die Fahrzeuge auf den Betriebshof umzusetzen, das würde viel zu lange dauern", erklärt Frau Thomas. 
Teuer wird es für die Autobesitzer trotzdem. Sie erhalten die Rechnung über die Abschleppkosten von 98 Euro und dazu einen Verwarngeld-Bescheid von 25 Euro fürs Falschparken. Das wird für manchen Wagenlenker kein angenehmes Erwachen. 
"Da können sich die Leute nicht beschweren, dass sie keinen Platz haben, überall sind noch freie Stellen zum (richtigen) Parken", stellt Hauptamtsleiter Schulz fest. Peu á peu geht's mit dem Umsetzen der Autos weiter. 
Der Tourenplan der Straßenreinigung bis zum 17. Juli ist dem "Stadtanzeiger" Nummer 6 vom 28. Juni zu entnehmen.     R.W.