"Störenfriede" müssen warten

Julia Blei, Chefin der Galerie im Malzhaus, wartet auf einen Hoffnungsschimmer am Horizont, der signalisiert: Türen auf und weiter geht es. Die Kultureinrichtung ist immer noch geschlossen, die Arbeiten laufen indes intensiv für die Wiedereröffnung.

Von Frank Blenz

Plauen Das Licht zum schönen Ausleuchten von Kunstwerken ist aus, die luftigen Räume unterm Dach des Plauener Malzhauses, die Bühne, die Empore, der Gastrobereich - sie wirken verwaist. Dennoch ist Leben in der Bude. An Wänden, auf Bänken und Tischen lagern Werke für eine neue Ausstellung, die bisherige wurde vor ein paar Tagen abgebaut und verpackt. Dazwischen agiert Julia Blei mit ihren Mitstreitern voller Tatendrang, auf dass es wieder Fahrt auf nimmt das Leben mit Kunst und Kultur. "Es ist keine leichte Zeit, es ist alles zu und wir haben viel Zeit. Wir sind auch auf Kurzarbeit und hoffen, dass es uns wieder erlaubt wird zu arbeiten und für die Öffentlichkeit da zu sein", so Blei. Im November fand noch eine Ausstellungseröffnung statt, wenig später waren Besuche nicht mehr möglich. "Es ist dann eben bis jetzt so, dass wir Dinge erledigen, die man sich organisiert oder man an Sachen arbeitet, die eine Weile liegen geblieben sind. Aber das ersetzt nicht den Dialog mit dem Gast", so die Galeristin. Derweil bastelt sie am Kunstkalender, an den möglichen Terminen für Ausstellungen, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem hiesigen Kunstverein. Dazu kommen die Termine für Konzerte, Kino und weitere Veranstaltungen.
"Gerade die vom Kunstverein Plauen-Vogtland geplante Ausstellung wartet darauf, gezeigt zu werden", sagt Blei. Die Handzettel sind gedruckt, der 21. Februar als Eröffnungstermin allerdings bereits verstrichen. "Störenfriede" heißt die Exposition, die 100 Sächsische Grafiken aus 2020 beinhaltet. Die Werke seien Debattenbeiträge in der politischen Diskussion, heißt es in der Einladung. Anschließend plane der Kunstverein eine Ausstellung der Arbeiten von Anja Werner. Sie stellt einen Querschnitt aus deren Arbeiten dar, zeigt Holzskulpturen, Grafiken, Holzschnitte und Collagen. Anja Werner ist bestens bekannt in der Kunstszene Plauens, sie ist die Leiterin des Art Collektivs Plauen. Und nach dieser Ausstellung folgt schon die nächste: Der zweite Teil der Foto-Ausstellung mit Arbeiten von Lars Buchmann zum Thema "Plauen - Zerstört und wieder aufgebaut"."
Schließlich steht eine weitere Aktion der Mitglieder des Kunstvereins an. "Eine Ausstellung wollen sie zeigen, die eigentlich 2020 hätte präsentiert werden sollen, aber durch den ersten Lockdown verschoben werden musste. In Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Löhma wird ein Künstlerbuch, das aus Druckgrafiken besteht, ausgestellt."
Im Frühjahr nun stehen die so genannten Clean-Up-Tage (Saubermachtage) an. Es geht darum, die Wälder und Wiesen in und um die Stadt zu säubern", sagt die Plauenerin. Interessenten sollen sich an einem genannten Treffpunkt einfinden, von dem gemeinsam das "Reinigungsgebiet" abgelaufen und fleißig eingesammelt wird, was dort nicht hingehört. "Nach den Aktionen können wir vor Ort oder im Malzhaus je nach Wetterlage gemeinsam essen, quatschen und den Tag ausklingen lassen. Wir als Veranstalter stellen am 24. April, 15. Mai und 5. Juni die Verpflegung." Die Treffpunkte stehen auf Flyern, die bald veröffentlicht werden.