Staunen in Schaustickerei

Auftakt zum Jahr der Industriekultur in der Schaustickerei am Obstgartenweg. Schauen, sticken, staunen und noch viel mehr kann man dort in einem lebendigen Museum erleben.

Von Marlies Dähn

Plauen Noch ist der Maschinenpark im Produktionsgebäude der Schaustickerei verhüllt. "Seit August stehen unsere Maschinen hier still", erklärt dazu Gabriele Rudolph. Die Vorsitzende des rührigen Vereins hatte am Donnerstag Mitglieder und Freunde zu einer öffentlichen Führung eingeladen, um über den Stand der aktuellen Bauarbeiten zu informieren.
Die Arbeiten an den denkmalgeschützten Gebäuden sind zwar noch nicht ganz abgeschlossen. Trotzdem wollte man den einmal festgelegten Termin nicht verschieben und ihn nutzen, um damit gleichzeitig den Auftakt zum Jahr der Industriekultur in Sachsen 2020 einzuläuten.
Was sich alles verändert hat und wie es weitergehen soll mit der Schaustickerei 2020 und darüber hinaus, zeigt anschaulich eine aktuelle Sonderausstellung. Mitarbeiter Frank Luft ist es hierbei gelungen, kurzweilig und übersichtlich auf eigens erstellten und modern aufgearbeiteten Schautafel über die laufende Sanierung und über die Zukunftspläne zu informieren. Bereits am Eingangsbereich kann der neugierige Besucher starten. In der oberen Etage des ehemaligen Wohnhauses setzt sich die Sonderschau 2020 fort. Dort hat der Verein auch einen Bildschirm installiert. Frank Luft machte hier auf einen kleinen Film aufmerksam, der im Sommer 2019 in der Schaustickerei entstand. Auf liebenswerte Weise folgt die Kamera Angelika Guhle. Einst war sie als junge Frau Stickerin in der Plauener Gardine. Mit lockerem Erzählton bringt sie dem Zuschauer anhand ihres persönlichen Schicksals ein Stück Textilgeschichte auf lebendige Weise nahe. Noch heute bedient Angelika Guhle mit Wissen und Geschick die Stickautomaten in der Plauener Schaustickerei zur Freude vieler Besucher. Wer neugierig geworden ist, kann gern im November und Dezember vorbeischauen. "Dann gibt es auch wieder unseren beliebten Adventsverkauf von Spitzen und Stickereien", wirbt Gabriele Rudolph für einen Besuch in der Schaustickerei.