Starke Leistungen, tolle Gäste

Wenn Ende März bei der Sportgala endlich das Geheimnis um die besten vogtländischen Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften gelüftet werden soll, ist Spannung garantiert. Das war auch bei der 21. Auflage am Samstagabend in der Plauener Festhalle nicht anders. Und nach gut drei Stunden Programm stand das Ergebnis fest: Alle drei Titel gingen mit Elena Poschart, Malte Striegler und das Staffelteam der Herren alle an Flossenschwimmer des TC Nemo Plauen. Ein Novum. Die prominenten Gäste sind Zehnkämpfer, Biathlet, Ruderer, Handballer und Trial-Radfahrer. Mit letztem sind wir schon beim Showpogramm …

Von Marjon Thümmel

Plauen - "Ich kann kaum noch Unterschiede zwischen den prominenten Paten und den vogtländischen Sportlern finden. Es gibt immer mehr Vogtländer, die große Erfolge feiern", sagte die RTL-Moderatorin Ulrike von der Groeben, die zum 21. Mal kölnerisch, locker und flockig mit Volkhardt Kramer durch den Sportgala-Abend führte: "Ich freue mich auf die vogtländischen Sportler, aber auch auf die Olympiasieger, Welt- und Europameister und bedanke mich bei den vielen Helfern im Hintergrund." 
 Hautnah trafen die rund 1000 Gäste in der Plauener Festhalle auf ihre Sportlieblinge Trial-Star Hannes Hermann, Ruderin Annekatrin Thiele, Biathlet Michael Rösch, Zehnkämpfer Arthur Abele und Handballer Martin Strobel. Schirmherr auch in diesem Jahr Landrat Rolf Keil, der erstmals keinen traditionellen Scheck für die Sportstiftung Vogtland dabei hatte, aber versicherte, dass die Sparkasse Vogtland aufgerundet habe, um wieder 100 000 Euro an die Stiftung und damit Förderung für talentierte Sportler zu zahlen. "Wir haben 35000 Mitglieder in den 357 Vereinen und eine große Bandbreite an Sportarten. Wir sind ein echter Sportkreis", lobte der Landrat auch die ehrenamtliche Arbeit.
Richtig in Fahrt kam der Abend mit dem Trial-Weltcup-Star Hannes Hermann, der in Haaresbreite am Publikum vorbeirauschte, einige Tricks auf der Bühne und auf Holmen zeigte, hoch und weit sprang und den Mut des Plauener AOK-Geschäftsführers Jörg Zimmermann "als lebendiges Objekt" testete. Der schlug sich wacker, war aber froh die Bühne verlassen zu können. Bei der Zugabe hatte Hermann einen Mann im Visier, der auch noch später als Ehrengast eine super Figur abgab. "Der Auftritt ist wie im Wettkampf, ich konnte vorher auch nicht üben. Meist geht es gut", lachte Hermann, der viel Beifall bekam.
Den erhielt auch Ruderin Annekatrin Thiele, die 2016 in Rio im Doppel-Vierer Olympiasiegerin wurde. Sie durfte erneut viele Hände schütteln als sie die Nachwuchssportler aus dem Vogtland ehrte. Und diese hatte sich richtig festlich herausgeputzt. Toll anzuschauen waren auch die Cheerleader bei ihrer Show. Und die 16 Weltmeister von 2018 im Cheerleading aus Auerbach und Oelsnitz ergatterten sogar noch einen Sonderpreis. In wenigen Wochen dürfen wieder acht Vogtländer nach Orlando zur diesjährigen WM fahren. Sie wurden von den Gästen der Sportgala mit viel Applaus dazu verabschiedet. Und 2800 Euro von der Sportstiftung gab es mit auf den Weg.
Einer, der schon als Zugabe auf der Bühne war, betrat diese zur Ehrung der besten Sportlerinnen aus dem Vogtland: Biathlet Michael Rösch. Und er hatte in seiner lockeren und so ehrlichen Art das Publikum fest in seinem Bann. Großen Dank hat der heutige Dresdner verdient, weil er trotz der so nah bevorstehenden Geburt seines ersten Kindes nach Plauen kam. "Meine Frau steht mit einem Bein schon im Kreißsaal. Ich fahr dann schnell wieder zurück, hab mir schon angeschaut, wo die Blitzer stehen", sagte der gebürtige Altenberger, der seine Achterbahnkarriere in diesem Winter als Starter für Belgien beendete. "Ich hab mein Haus und Hof verkauft, um meinen Sport weiterzumachen. Ich wollte mich selbst beweisen und bin stolz", sagte Rösch und rief den jungen Sportlern unter viel Beifall zu: "Ihr müsst nicht immer Erster sein, es reicht auch ein 5. oder 6. Platz. Wenn man an sich glaubt, soll man immer weitermachen." 
Nach seinem Olympiasieg mit der Staffel 2006 hatte es Rösch nicht mehr ins Nationalteam geschafft. Weil er "etwas leisten wollte, ohne nur in der Nase popeln" war er für Belgien gestartet. "Jetzt beginnt das wahre Leben mit Frau und Kind." Zuvor aber durfte er noch die besten Sportlerinnen aus dem Vogtland ehren. Jenny Nowak Skispringen/Nordische Kombination landete nach Gina Spranger aus dem Boxteam Oelsnitz bei der Umfrage, bei der insgesamt für die jeweils zehn Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften 5614 Stimmen abgegeben wurden, auf dem dritten Platz. Beste Sportlerin 2018 wurde Elena Poschart vom TC Nemo Plauen. Da sie gerade beim Wettkampf in Italien ist, schickte sie eine Videobotschaft in die Festhalle. 
Eine echt flotte Sohle aufs Parkett legten die Shootingstars 2018 - die Boogie-Woogie Weltstars plus Rock'n Roll-Show. Und dann ehrte ein "König der Athleten" die besten Sportler: Zehnkampf-Europameister Arthur Abele, der mit Frau und Söhnchen Jaden nach Plauen gekommen war. Auch er hatte viele Rückschläge und Verletzungspech erlebt, bevor er 2018 in Berlin die Krone aufgesetzt bekam. Die durfte als bester Sportler im Vogtland Malte Striegler vom TC Nemo am Abend ebenfalls tragen. Er gewann vor Eisschnellläufer Michael Roth (TSV Mylau) und Leichtathlet Sebastian Hendel. Auf Grund seines Trainingslagers musste sich der Reichenbacher allerdings den Händedruck des Königs entgehen lassen. 
Einen stimmungsvollen Übergang zur Ehrung der Mannschaften schafften die "Trampobrothers" aus der Ukraine. Es sind wohl die sportlichsten und lustigsten Blues Brothers. 
Mit "nur kurz zurück - im Januar, war es Millionen Sportfans klar, 'das wird ein Handballjahr!' Doch nach verdammt gerissenem Band, sind wir dem Titel nachgerannt. Nun sitzt der 'Mann des Knies‘ im Saale und gibt den Vogtlandteams Pokale" wurde Martin Strobel angekündigt. Der geniale Spielmacher hatte sich gegen Kroatien verletzt und ist neun Wochen nach der OP noch humpelnd nach Plauen gekommen. "Ab nächste Woche darf ich das Knie wieder voll belasten", sagt er. Da Handball wie Fußball im Vogtland groß geschrieben wird, regte Kramer eine Handball-Ferienschule an. Vielleicht wird es was - und der Württemberger Strobel ist dabei. 
Handballer standen bei den besten Mannschaften zwar nicht auf der Bühne, aber erstmals Volleyballerinnen. Die "Wildcats" aus Reichenbach holten sich den dritten Platz nach den Wasserballern vom SVV Plauen und der Flossenstaffel vom TC Nemo Plauen um Malte Striegler.
Es war ein Abend voller Überraschungen und Jubel bei den Sieger. Er war nach den Ehrungen noch lange nicht zu Ende. Wer wollte, konnte sein Tanzbein schwingen. Und: Ulrike von der Groeben versprach auch 2020 wieder mit dabei zu sein.