Stahl und Kreativität

Wenn jedes Messer ein Unikat ist, jedes Material sorgfältig ausgewählt und in dem Schneidewerkzeug viele Stunden Leidenschaft stecken, dann stammt es aus den Händen von Messermacher Steffen Munzert.

Von Stephanie Rössel

Plauen -  Etwa 370 Stück stehen auf der Liste auf der alle Messer vermerkt sind, die Steffen Munzert je gefertigt hat. Stetig kommen Neue dazu.
In seinem vor fast 40 Jahren erlernten Beruf als Maschinenschlosser, arbeitet der Plauener noch heute. Messer, die für ihn ein wirkliches Werkzeug sind, haben ihn schon früher fasziniert. Er sammelte sie, doch nach ein paar Fehlkäufen aus industrieller Fertigung, wuchs der Wunsch das selbst herstellen zu können. Vor 20 Jahren bekam er von seiner Frau dann einen Schmiedekurs im Bayrischen Wald geschenkt.
Sein Beruf spielte dabei eine positive Rolle, den handwerkliche Begabung und die Liebe zum Metall waren ein großer Vorteil, als er begann Messer selbst von Hand zu feilen. Im Laufe der Jahre entwickelten sich die Fertigkeiten schnell weiter, aber auch technisch rüstete er auf. "Immer wenn ich etwas damit verdiente, also ein Messer verkauft hatte, investierte ich das Geld in Maschinen und Werkzeug", so Munzert.
Das ursprüngliche Hobby nahm schnell andere Dimensionen an, denn die Nachfrage stieg. Durch den Austausch mit anderen Messerliebhabern, entstanden immer neue Ideen und Anregungen für Form und Material. Das Spektrum reicht vom großen Allzweckmesser bis hin zum Klappmesser. "Allerdings ein Messer das universal einsetzbar ist, gibt es nicht. Man sollte immer die entsprechende Wahl für ein geeignetes Werkzeug treffen, je nachdem was man tun oder schneiden möchte", sagt der 54-Jährige.
Wenn er privat unterwegs ist, hat er immer einen Zeichenblock dabei. Viele Ideen kommen ihm auch in der Natur. Das skizziert er dann, um später die Form wieder aufnehmen zu können. Immer montags bis donnerstags ist er nach der Arbeit in seiner Werkstatt an der Falkensteiner Straße zu finden.
Funktionalität steht beim Erschaffen eines Messers im Vordergrund. "Messer sind Werkzeuge die funktionieren müssen. Wenn ich eins nach Kundenwunsch anfertige, dann gibt es im Vorfeld auch ein ausführliches Gespräch zum Material", sagt Munzert. Stahlsorten gibt es unglaublich viele. Nicht rostend ist bei Messern aber ein wichtiges Kriterium.
Seit mehr als zehn Jahren bietet er auch Einzelkurse an. Dabei kann jeder selbst sein Traum-Werkzeug herstellen. Je nach handwerklichem Talent ist das in 15 Arbeitsstunden zu schaffen. Im Kurs sind die Ideenoptimierung, die Beratung um den Zweck und die Materialfindung inbegriffen.
Im Haushalt der Munzert gibt es fast ausschließlich selbst gefertigte Messer. Nur bei den gezackten Brötchenmessern wird eine Ausnahme gemacht.
Zweimal im Jahr finden Fachmessen statt. Dafür fertigt der Plauener teilweise extra Messer an, um seinen Stil zu zeigen und sich von anderen abzuheben. So ein Exemplar kann aus einem Stück geschliffen sein oder aus bis zu 30 Teilen (Klappmesser) gebaut werden.
In der Schublade sollte ein gutes Messer im Übrigen nicht gelagert werden. Das führt zum Abstumpfen. Am besten geeignet ist eine Lederscheide, die er ebenfalls zu jedem Messer individuell anpassen und aus Leder nähen kann. Und als Fachmann hat Steffen Munzert nocb ein paar andere Tipps für die Schneidewerkzeuge zu Hause. Niemals in die Spülmaschine legen, alle viertel Jahr schärfen und am besten Schneidebretter aus Holz verwenden.
Messer, Gutscheine, Kurse - auch das ist eine Geschenkidee unter: www.munzert-messer.de

KALENDERBLATT 2

Aus aus wie viel Teilen kann ein Klappmesser bestehen? Wenn Sie das wissen, schreiben Sie uns das Lösungswort bis zum 6. Dezember auf eine Postkarte und senden Sie an. Redaktion Vogtland-Anzeiger, Postplatz 12, 08523 Plauen. Oder Sie mailen uns an: redaktion@vogtland-anzeiger.de oder beteiligen Sie sich über Facebook an dem Rätsel, unter dem Kennwort: Kalenderblatt2.
Zu gewinnen gibt es eine Räucher-Figur aus der Serie "Kuhnert-Schneemann", gesponsert von der Drechslerei Kuhnert aus Rothenkirchen.
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