Städte zahlen Kosten für Arbeitshefte

Eine Mutter aus Sachsen zog vor Gericht, weil sie das Kopiergeld, welches die Schule ihrer Kinder abverlangte, nicht zahlen wollte. Das Oberlandesgericht Bautzen gab der Frau im April Recht. Fazit: Für alle Kinder aus Sachsen sind Kopien und Arbeitshefte ab diesem Schuljahr frei.

Ärgerlich für die Kommunen, die nun die Kosten aufgebürdet bekommen. Rund 200 000 Euro muss die Stadt Plauen für die Arbeitsmaterialien aller Kinder aus elf Grund-, fünf Mittelschulen sowie je zwei Gymnasien und Förderschulen berappen. Für den Herbst habe das Kultusministerium angekündigt, festzuschreiben, ob auch noch andere Lernmittel unter die Kostenfreiheit fallen, so Plauens Kultur-Bürgermeister Uwe Täschner. So könnten Städte und Kreise auch bald für Taschenrechner, Atlanten und Wörterbücher zahlen müssen. "Dann sollte sich der Kreis Gedanken machen, wie er seine Kommunen finanziell aufstocken kann", so Täschner.

Nahezu alle Kommunen bezahlen die Lernmittel als überplanmäßige Ausgaben oder aus der Rücklage. Auerbach gibt 15 000 Euro für Kopien und 35 000 Euro für Arbeitshefte aus, Reichenbach für Hefte, Kopien und Bücher (Leihexemplare) rund 74 000 Euro, Oelsnitz rechnet mit 26 000 Euro Ausgaben, der Kreis zahlt für alle Berufs- und einige Förderschulen, die Stadt Rodewisch hatte bisher 5200 Euro Mehrausgaben. "Möglicherweise geht der Betrag noch nach oben. Einige Bestellungen für Arbeitshefte stehen noch aus", so Werner Tertel von der Stadt Rodewisch.