Stadtwerke warnen vor Billiganbietern

Stromdiscounter gelangten in den letzten Monaten immer wieder durch Pleiten und unseriöse Geschäfte in die Schlagzeilen. Bei den Stadtwerken Plauen schaut man kritisch auf das Geschehen in der Energiebranche.

Plauen - Besonders in Westsachsen hätten einige der Billigstrom-Anbieter viel Zulauf. "In Plauen kommt es immer wieder zu bedenklichen Vertragsabschlüssen", sagt Peter Kober, Geschäftsführer der Stadtwerke Plauen. Es werde zuerst mit unschlagbaren Angeboten und Boni gelockt. So verlange ein Anbieter von Billigstrom rund 19 Cent pro Kilowattstunde. Laut dem Geschäftsführer liegen Preise im Schnitt zwischen 25 und 30 Cent, wenn Unternehmen keine roten Zahlen schreiben wollen. Bei vielen Anbietern billigen Stroms käme es daher zu bösen Überraschungen und Vervielfachung der Preise.

Kober betonte, dass es ihm und den Stadtwerken Plauen bei seiner Kritik keinesfalls um den Wettbewerb mit anderen Anbietern, sondern vor allem auch um den Ruf der Energiebranche gehe: "Unseriöse Insolvenzen anderer Anbieter führen zu Kosten für die Allgemeinheit und schaden allen Netzbetreibern." Häufig müssten Kunden im Insolvenzfall vorübergehend ohne Strom auskommen. In Plauen habe es jedoch noch keine Probleme mit Rückführungen gegeben, so der Experte. Aufmerksam machte Kober auf Vergleichs-Portale im Internet. "Viele von ihnen agieren leider nicht neutral", so Kober.

Auch die Verbraucherzentrale weist darauf hin, sich vor einem Anbieterwechsel umfangreich zu informieren. Das Internet kann hierbei helfen, wichtig sei jedoch auch der direkte Kontakt zu potenziellen Versorgern. Betroffene können sich jederzeit an die Verbraucherzentrale Sachsen wenden. AU