Stadtverwaltung Plauen rückt von Bahnhofstraßen-Öffnung ab

Im Rückwärtsgang zurück zum Anfang. Nach einer genauen Prüfung verabschiedet sich die Stadtverwaltung von der Idee, die Bahnhofstraße für Autofahrer zu öffnen.

Plauen - Die Bahnhofstraße bleibt weiterhin den Fußgängern vorbehalten. Vom Rathaus-Vorstoß, die Einkaufsmeile für Autofahrer zu öffnen, rückt die Verwaltung nach einer Prüfung nun wieder ab. Vorgesehen war eine probeweise einseitige Freigabe zwischen Jößnitzer Straße und Stresemannstraße.

"Wir nehmen Abstand von diesem Versuch beim derzeitigen Ausbaustand der Bahnhofstraße", sagte Bürgermeister Manfred Eberwein. Das Vorhaben sei zu gefährlich und schwierig in der Umsetzung. Zu der Entscheidung sei die Stadtverwaltung nach eigenen Untersuchungen und Gesprächen unter anderem mit der Straßenbahn und Polizei gekommen. Eine ins Gespräch gebrachte Studie zur Varianten-Prüfung wurde nicht beauftragt. Für diese hätte die Stadt laut Eberwein rund 10 000 Euro zahlen müssen.

Der Bahnhofstraßen-Vorschlag ist mit dem Aus auch aus dem Konzept zur Verbesserung der Innenstadt gestrichen worden. Ursprünglich sollte die Verkehrsfreigabe im Stadtbau- und Umweltausschuss am 21. Januar auf den Weg gebracht werden. Hier wurde der Punkt aber nun von der Tagesordnung genommen. Da Eberwein zur Sitzung im Februar nicht da ist, will er im März die Räte über weitere Einzelheiten zur der Entscheidung informieren.

Die Änderung sei nach Angaben der Stadt durch Einwände von Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer zustande gekommen: "Ich werde dem Stadtrat nichts vorschlagen, was Polizei und Verkehrsexperten als nicht realisierbar und für die Passanten gefährlich einschätzen. Geld für ein Gutachten, welches dies bestätigt, möchte ich auch nicht ausgeben. Den Fraktionen im Stadtrat bleibt die Möglichkeit, über Anträge Mehrheiten für eine andere Variante zu finden."

Für Wirbel sorgte die Thematik bei Grünen-Stadtrat Dieter Rappenhöner und beim Bürgerforum Plauen. Bei einem Gespräch im Rathaus am Freitag zwischen Stadt und Forum zur Aufwertung der Bahnhofstraße habe die neue Entwicklung bei der diskutierten Verkehrsfreigabe keine Rolle gespielt. Rappenhöner informierte im sozialen Netzwerk Facebook die Mitglieder über Pläne zur Verkehrsfreigabe. Jedoch wurden seiner Fraktion Informationen zur Verfügung gestellt, die sich bereits wieder geändert hatten. Dies kritisierte er heftig im gestrigen Wirtschaftsförderungsausschuss. Der Bürgermeister habe ein Problem wenn er nicht kommuniziert, so Rappenhöner in Richtung Eberwein, der meinte: "Facebook lese ich nicht."

-----

Am 24. Januar soll es im Rathaus eine öffentliche Podiumsdiskussion zur Aufwertung der Plauener Innenstadt geben. Es soll ein Podium für alle Akteure werden, kündigt Stadtplaner Joachim Hofmann an.