Stadtbad Plauen: Vereine sollen bald mehr bezahlen

Es ist geplant, dass die Vereine, die das Plauener Stadtbad am Wochenende für Wettkämpfe nutzen, künftig mehr Nutzungsgebühren zahlen müssen, sagte Martina Schaarschmidt, Geschäftsführerin der Plauener Freizeitanlagen, im jüngsten Kulturausschuss. Geht es nach den Plänen der Stadtverwaltung, werden bei der Berechnung der neuen Miete der Halle bei Wettkämpfen die Gebühren erwachsener Sportler verdoppelt. Bei Kinder und Jugendlichen sollen die bisherigen Tarife bestehen bleiben.

Der Grund liegt an der Kapazitätsgrenze des Stadtbades. "Wenn am Wochenende beispielsweise ein Schwimmwettkampf auf der 25 Meter Bahn stattfindet, belegen die Sportler die ganze Halle, selbst in den Nichtwettkampfbecken wird sich ein- und ausgeschwommen, was in Ordnung ist. Der einfache Gast aber fühlt sich an den Rand gedrängt, obwohl er Eintritt zahlt", beschrieb Schaarschmidt die Situation. Somit sei es besser, dass die Vereine die ganze Halle mieten, weil sie die eben auch nutzten, dafür werde dann als Grundlage die doppelte Gebühr bei Erwachsenen erhoben.

Hansjoachim Michel, Stadtsportbund-Präsident, fand sich damit nicht ab. "Das Stadtbad macht Gewinne. Wir holen zahlreiche Kinder durch den Vereinssport von der Straße und dann sollen wir noch mehr zahlen, das können Vereine nicht an die Mitglieder weitergeben", sagte Michel im Ausschuss. Auch monierte der Funktionär, dass die Berechnungsgrundlage für Schwimmflächen einen falschen Faktor aufwies. "Die Stadtbadschwimmhalle hat sechs Bahnen, es ist ein C-Bad, doch berechnet wird mit dem Faktor acht."

Martina Schaarschmidt machte noch auf weitere künftige Kosten aufmerksam. "Bisher wurde die Nutzung der Anzeigetafel und der Nebenräume bei Wettkämpfen nicht berechnet, auch das soll geändert werden." Ralf Bräunel, Präsident des Schwimm-Verein "Vogtland" Plauen (SVV), Stadtrat und Kulturausschussmitglied hatte dazu Nachfragen: "Wie sieht es mit anderen Vereinen und Nutzungsbestimmungen aus, müssen die doppelt bezahlen?" Dies bejahte der anwesende Chef der städtischen Gebäude- und Anlageverwaltung, Lutz Armbruster. Das neue Berechnungskonzept, dass mit vier Gegenstimmen (auch die von Stadtrat Bräunel) bei vier Zustimmungen, im Ausschuss durchfiel, wird nun dem Stadtrat vorgelegt.