Stadtbad-Anbau soll Entlastung bringen

Die Planungen für den Stadtbad-Anbau schreiten voran - eine Machbarkeitsstudie wurde vorgestellt.

Von Mario Wild

Plauen Bis Ende des Jahres sollen die ersten konkreten Fördermittelanträge für die geplante Erweiterung des Stadtbades eingereicht werden - das hofft Bürgermeister Steffen Zenner (CDU). Zur Sitzung des Sport- und Kulturausschusses am Donnerstagabend wurde der aktuelle Stand des Projektes und die Machbarkeitsstudie des Plauener Architekturbüro vorgestellt.


Kalkuliert wird mit einer Investitionssumme von 14,5 Millionen Euro. Die könnte sich die Stadt allein nicht leisten. Wenn Plauen nicht eine der Modellkommunen wäre, die von Land und Bund mit 50 Millionen Euro gefördert werden würde, wäre das Projekt nicht möglich gewesen.


Der Anbau verfügt über ein wasserballtaugliches 33x25 Meter großes Sportschwimmbecken. Dessen Wassertiefe beträgt zwei Meter. Im Gespräch ist zudem eine Tribüne für 400 Zuschauer. In dieser Hinsicht ist aber bei weitem noch nicht das letzte Wort gesprochen, schließlich befinde man sich erst ganz am Beginn der Planung, betonte Axel Markert, Projektleiter der Gebäude-und Anlagenverwaltung (GAV). Die Vereine wünschen sich vor allem ein Beratungszimmer, so Sportreferentin Simone Schurig. Das habe eine ganz aktuelle Umfrage gegeben. Die Anregung werde bei den weiteren Planungen berücksichtigt, versprach Markert. Nicht nötig sei ein neuer separater Kassenbereich - der bestehende würde die Anforderungen erfüllen.


In Sachen Verkehrsführung ist unter anderem die Reaktivierung der Turnstraße im Gespräch. Neue Parkplätze sollen entstehen - auch in dieser Hinsicht sei noch vieles möglich. Da lasse der Bebauungsplan alle Möglichkeiten offen. Seit Montag ist dieser für die Öffentlichkeit einsehbar - im Internet oder nach Terminvereinbarung im Rathaus. Freizeitanlagen-Geschäftsführer Ronny Adler begründete nochmals die Notwendigkeit der Stadtbad-Erweiterung Richtung Süden, Richtung Fabrikstraße. Auf einen kurzen Nenner gebracht: Das Stadtbad in seiner jetzigen "Beschaffenheit" platzt aus allen Nähten. Die Zeiten sind mehr als nur heiß begehrt - von der Öffentlichkeit, von Vereinen, vom Schul- und Rehasport und sonstigen Kursangeboten. Alle Interessen unter einen Hut zu bringen, sei (in nicht Corona-Zeiten) schlichtweg unmöglich. Bei der Planung wurde mit 85.000 Nutzern kalkuliert - 2019 seien es 120.000 Besucher gewesen und das ohne Vereinsaktivitäten, so Adler.
"Die Wasserfläche ist unser Wirtschaftsgut. Mehr können wir nicht machen, wir sind an unserer Kapazitätsgrenze angelangt", so Adler.


Unisono waren sich alle Beteiligten einig, dass der Anbau möglichst energieeffizient zu erfolgen habe, nicht zuletzt um die Betreiberkosten möglichst gering zu halten. Neben Photovoltaik-Anlagen an Fassade und Dach, der obligatorischen LED-Beleuchtung gibt es sogar Gedankenspiele, Strom aus Wasserkraft - sprich aus der Elster - zu gewinnen. "Ein Hallenbad ist allerdings kein Null-Energiehaus. Das halte ich für utopisch", stellte Markert klar. Ob das Stadtbad während der Baumaßnahme zeitweise schließen müsse, fragte Linken-Stadträtin Petra Rank an. "Derzeit ist dazu keine Auskunft möglich", so der GAV-Experte.
Frühestens in einem Jahr könne es mit dem Bau losgehen. Ziel ist die Betreibung der Einrichtung auf jetzigem finanziellen Niveau, sprich Mehrausgaben sollen durch höhere Einnahmen ausgeglichen werden.