Spritzbeton für Spitzenmuseum

Großbaustelle Weisbachsches Haus. Hier entsteht das Deutsche Forum für Textil und Spitze. Gestern wurde im Museumsinnenhof die Bodenplatte gegossen.

Von Marlies Dähn

Plauen Wer vom Mühlberg kommend in die Walkgasse abbiegt, stößt auf eine interessante Baustelle. Im Innenhof des künftigen Spitzenmuseums tut sich wieder sichtbar etwas. Nach dem Entkernen, nach Bodenaushub und dem Einbringen von speziellen Stützen, die tief ins Erdreich reichen, wurde der gesamte Bereich fachmännisch gesichert. In Bachnähe zu bauen, erfordert besondere Vorkehrungen. Jetzt, wo sich der Winter langsam zurückzieht, war Zeit für Betonarbeiten. Die dicke Trommel auf dem Betonmischer rotierte, während Thomas Wilde bereits sein Spezialfahrzeug mit Betonpumpe für den Einsatz vorbereitet hatte. Auf Kommando wälzte sich die Betonmasse in den Auffangbehälter. Von hier aus strömte der Spritzbeton über einen Schlauch hinab bis zur Spritzdüse um die Räume zwischen dem Teppich aus Armierungseisen zu füllen. Festgehalten wurde diese Aktion auch vom Plauener Tino Peisker. Im Auftrag der Stadt dokumentiert er Baufortschritte. Installiert sind rund um das Baugelände bis hin zu Hempelscher Fabrik und Handwerkerhöfe auch mehrere Kameras. So wird die Elsteraue später im Zeitraffer ihr Gesicht verändern. Man darf gespannt sein.
Anfang Oktober 2019 war es, als die freudige Botschaft in Plauen eintraf, dass 5,8 Millionen Euro für die Sanierung des Weisbachschen Hauses zur Verfügung stehen. 2020 war dann Baustart und voraussichtlich 2022 könnte Leben einziehen in das denkmalgeschützte Manufakturgebäude. Dieses einzigartige Kulturdendenkmal wird Einblicke geben in die industrielle Entwicklung der damaligen Zeit hier in Plauen und ein Glanzpunkt sein zur Bewahrung des industriekulturellen Erbes der Stadt.
Das Weisbachsche Haus besteht aus den Gebäudeteilen Bleichstraße 1, 3, 5 und 7, die zu unterschiedlichen Zeiten errichtet wurden, von der Fassadengestaltung her jedoch als Einheit wirken. Grundstock der Schau wird das bisherige Spitzenmuseum sein, das ins Weisbachsche Haus umzieht und unter Regie des Vogtlandmuseums in enger Zusammenarbeit mit der Schaustickerei weiterbetrieben wird. Geschaffen wird im über 200 Jahre alten Gebäude auch ein Mitmach-Museum samt interaktiver Schau. Besucher werden interaktiv bei einer historischen Gartenparty begrüßt, können Zwirnen ausprobieren, Schubladen aufziehen, um Spitzenmuster anzusehen, an einem Pantografen Muster entwerfen, Textilgeschichte wird in einer labyrinthartigen Welt vermittelt und das Spitzenkleid der Pariser Weltausstellung von 1900 kann von drei Seiten als Hologramm betrachtet werden...