Springend Hindernisse überwinden

Von Dach zu Dach springen oder über Mauern und Geländer, gehört zu der aus Frankreich stammenden Sportart "le parkour", die in dieser Woche bei "Fit im Vogtland" genauer unter die Lupe genommen wurde.

Von Stephanie Rössel

Plauen Die Erfinder, Raymond Belle und sein Sohn David selbst, sehen Freerunning und Parkour nicht als reinen Sport, sondern als eine Kunstform. Es ist die Fähigkeit den Körper von A nach B zu bringen und dabei körperliche Grenzen außer Kraft zu setzen. Parkours hat sich im Laufe der Zeit von einer Ausbildungsdisziplin (z.B. beim Militär), zu einem Sport entwickelt. Grundsätzlich sind beide Arten eng miteinander verbunden. Parkourläufersuchen sich ihren eigenen Weg durch die Natur und urbane Gebiete. Hindernisse werden dabei durch die Kombination verschiedener Bewegungen, wie Sprünge, Rollen oder Saltos überwunden. Effizienz und Kreativität stehen dabei im Vordergrund.
Aufgrund der frühen Dunkelheit und des Wetters, fand das Training in einer Halle statt. Schauplatz ist sonst auch die Natur oder die Innenstadt. Doch aufgrund von Schule oder Arbeit konzentrieren sich die Treffen mehr auf abends.
Zuerst wurde aufgebaut und sich warm gemacht. Vorab gehört ein Erlernen der Grundübungen dazu. Abrollen, Ausweichen, Balancieren, Landen, Fallenlassen, Hochziehen oder Vier-Füßler-Gang sind Elemente, die meist in Kombination mit anderen Figuren ausgeführt werden. Bei den verschiedenen Varianten einen Kasten zu überwinden, spürte ich schnell am eigenen Körper, warum es so wichtig ist an einige Dinge zu denken. Es gibt keine festen Regeln wie man das Hindernis überwindet, aber welche dafür, wie man es nicht tun sollte. Mit Händen und Füßen abstützen ist immer möglich, jedoch sollte man nie so Springen, dass man zwischendurch mit den Knien aufkommt. Auch der Kopf muss immer geschützt werden. Für Kinder und Jugendliche ist es sicher eine Art "Austoben", frei bewegen und Grenzen ausloten und überwinden.

 

Für ältere Erwachsene ist es eine Herausforderung. Ich spürte aber schnell selbst, je freier man im Kopf ist, umso schneller erzielt man Ergebnisse umso größer wird der Ehrgeiz. An Grenzen stieß ich dann in der Höhe. Die schmale Kante in mehreren Metern Höhe freihändig entlang zu laufen, lehnte ich nach zwei Metern in Abwägung des Risikos ab.
Parcours ist eine Extremsportart. Sie schult Kondition, Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit. Konkurrenzkampf ist tabu, da es sich nicht um einen Vergleich drehen soll, sondern um das eigene Weiterkommen. Der Plauener Verein hat sich vor etwa zwei Jahren auf eigene Beine gestellt. Der Präsident Sören Strehlow betreibt das nun schon viele Jahre. Er hat aktuell eine Zusammenfassung von mehr als einhundert Elementen herausgebracht, die das Straßberger Unternehmen FLVG verlegt hat. Darin verzeichnet, beschrieben und bebildert sind verschiedene Sprünge und Möglichkeiten der Objektüberwindung, die Namen haben wie: Doppelkatze, Kash, Speedy, Hinternrolle, Tic Tac, Überschwingen oder Dinosaurier. Diese sogenannten Laufkarten sind eine Sammlung der Parkours-Elemente, die nicht nur für Insider interessant sind, sondern auch für andere Sportvereine.
Alterstechnisch sind keine Grenzen gesetzt. Jeder der sich dieser Herausforderung stellen möchte, kann sich ausprobieren. Grundfitness und Beweglichkeit stellen sich dabei nach und nach von selbst ein.

Fakten

Verein: Le Parkour
Ort: Plauen
Trainer: Sören Strehlow
Probetraining: auf Absprache
Dauer: 1 h
Schrittzahl: durch die vielen Sprünge und Rollen schwer messbar
Kalorienverbrauch: 600 kcal
Vorkenntnisse: keine