Sprechstunde beim Puppendoc

Die Puppen- und Teddydoktoren Ute und Günter Geier machten zum zweiten Mal in Pausa Station.

Von Jochen Pohlink

Pausa - Aus Lisberg nahe Bamberg waren sie mit etwa 4000 "Ersatzteilen" für Lily, Brummi und Co. als einziges noch reisendes Team Deutschlands gekommen. "Die Inanspruchnahme heute ist geringer als bei unserem Besuch im Vorjahr. Das könnte auch mit den Beschränkungen wegen Corona zusammenhängen. Wir jedenfalls sind froh, nach siebenmonatiger Unterbrechung, Kindern und Erwachsenen wieder ein wenig Freude bereiten zu können", sagte der Doktor.
Seine Frau war gerade damit beschäftigt, die "Operationswunde" eines braunen zotteligen Teddybären wieder zu verschließen, der seinen rechten Arm verloren hatte: "Da muss der ganze Rücken geöffnet werden, um den Arm wieder beweglich am Körper zu befestigen."
"Der sieht ja fast wie neu aus", staunte Anni Bählke aus Unterreichenau als seine Besitzerin ihn gemeinsam mit Enkel Nick abholte: "Seit mehr als 40 Jahren sitzt er auf meinem Bett und dass er oft in die Hand genommen wurde, sieht man am besten an seinem Fell."
Eine Seniorin vertraute den Doktoren ihre Puppe an, die einst ihre Zuckertüte krönte: "Da müssen die Gliedmaßen wieder in Form gebracht werden, es ist alles ein wenig locker."
Dr. Siegrid Schütts Lieblingspuppe erhielt nach der "Heilung" gleich noch eine neue Frisur und Karen Haufe aus Leubnitz war glücklich, als sie ihren Löwen wieder in die Arme nehmen konnt - reparierte: "Den habe ich von klein auf. Trotzdem er nach fast vier Jahrzehnten etwas in die Jahre gekommen ist, gehört er zu meinen Lieblingen und es wäre nicht nur schade, ihn zu entsorgen." Das war auch der Grundtenor aller Besucher, die ihre Lieblinge noch lange behalten wollen, weil man sich einfach nicht pietätlos von ihnen trennen kann.