Sprayen mit QR-Code

Eine Strategie zur Reduzierung illegaler Graffiti hat der Kommunale Präventionsrat der Stadt Plauen gestern vorgestellt. Dass man für ein möglichst konfliktfreies und qualitativ gutes Leben in einer Stadt etwas tun müsse, das müsse einem bewusst sein, betonte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer .

Von Stephanie Rössel

Plauen Beim Landespräventionsrat Sachsen habe man ein Auge auf die Umsetzung. Anke Sandvoß war extra zur Präsentation aus Dresden angereist, denn bei erfolgreicher Umsetzung der Strategie, soll Plauen zu einer Art Vorzeigestadt werden.
Mit Förderprogrammen seien für Kommunen entsprechende Möglichkeiten geschaffen worden. So auch die Schaffung des Rates, der nun die Arbeitsgruppe Graffiti gründet. Dazu gehören sechs Mitglieder mit Verbindungen zu entsprechenden Institutionen und Vereinen, mit denen man eng zusammen arbeiten möchte.
Laut Polizei, die der AG ebenfalls angehört, schwinde das Sicherheitsgefühl der Bürger, wenn Gebäude und Anlagen in deren Wohngebieten beschmiert werden.
Trotzdem sei Plauen keine Hochburg von Graffiti, obwohl es einzelne Stadtteile mit vielen Anzeigen gebe. Die Delikte in der Bahnhofsvorstadt und Haselbrunn seien am häufigsten. Dazu zeigte der Koordinator des Kommunalen Präventivrates (KPR), Frank Zabel, eine Grafik die betroffene Stadtteile entsprechend farblich hervorheben.
Als strategische Maßnahmen möchte man erreichen, dass illegale Graffiti vom Verursacher entfernt werden und im gesamten Stadtgebiet legale Flächen für Sprayer geschaffen werden. Entsprechend soll dies auch mit Vereinen, Schulen und den Eigentümern von Gebäuden koordiniert werden.
Für Vereine und Schulen sollen Projektarbeiten geschaffen werden, die auch zur Aufklärung dienen. Außerdem könne man innerhalb von Workshops die Kreativität derer fördern, die Gefallen daran gefunden haben sich mit Spraydosen zu verwirklichen.
Eigentümer von Gebäuden müssen durch illegale Sprayer oft viel Geld in die Schadensbeseitigung investieren. Das bestätigt auch Frank Thiele, Geschäftsführer der WbG Plauen. Eine ziemlich hohe Summe werde von der Wohnungsbaugesellschaft bereit gestellt, um Wände von Schmierereien zu befreien. Nun sollen mehrere Flächen geschaffen werden, die gestaltet werden können. Einige habe man bereits im Visier. Die Wände sollen mit einem QR-Code gekennzeichnet werden. Über diesen kann man abrufen was erlaubt ist, wann gesprüht werden darf und welche Vorgaben hinsichtlich Lärmschutz einzuhalten seien. "Gern können sich auch Eigentümer an uns wenden, die eine Fläche bzw. Wand für diesen Zweck zur Verfügung stellen möchten. Wir denken auch über mobile Bereiche wie Bauabsperrungen nach", so Zabel.
Vereine wie das Fanprojekt Plauen-Vogtland oder die Oase wollen aktiv dabei sein. Auch die Geschäftsführerin des Brücke-Vereins, Steffi Dölz, spricht von Kooperation. Jugendliche, die zu gemeinnützigen Arbeitsstunden verurteilt werden, könnten Graffiti entweder beseitigen oder die legalen Flächen vorbereiten. "Ich muss jedoch sagen, dass nur 10 von 389 Fällen im vergangenen Jahr Verurteilungen durch Sachbeschädigungen ausmachten. Trotzdem möchten wir uns an dem Projekt beteiligen.", betont sie.
Dass damit nicht alle erreicht werden können, dessen sei man sich bewusst. Zumal es sich nicht ausschließlich um jugendliche Täter handle. Nico Roth, selbst Graffitikünstler, weiß, dass Sprayer aus allen Schichten und Altersbereichen kommen. "Das kann auch ein Chirurg sein, der nach einer anstrengend OP den Nervenkitzel braucht", sagt der Adorfer, der natürlich nicht nur die legale Seite dieses Hobbys kennt.