Sportpark Plauen: Mieterin sichert ihre Zukunft

Die Begeisterung über das Geschenk Sportpark Plauen hält sich derzeit bei den Stadträten noch in Grenzen. Derweil hat die Betreiberin der Sportanlage mit der Anpassung des Mietpreises ihr Bleibebrecht bis 2020 gesichert.

 

Plauen - Das hat sich Goldbeck bestimmt nicht gedacht, dass sich die Plauener Stadträte - wie es zumindest derzeit scheint - so dagegen stemmen würden, den Sportpark als Geschenk an die Stadt anzunehmen. Zumindest nach der nichtöffentlichen Sitzung des Sportausschusses Ende März, hatte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer von einer "ablehnenden Stimmung" gesprochen. Heute tagt der Finanzausschuss - und wieder geht es hinter verschlossenen Türen um den Sportpark. Öffentlich debattiert wird über die Immobilie am 26. April bei der Stadtratssitzung.

 

Da soll darüber entschieden werden, ob das Geschenk, das Goldbeck Treuen anlässlich seines 20. Jubiläums Plauen und damit den Vogtländern machen möchte, für den symbolischen einen Euro angenommen wird. Es sind die künftig auf das Stadtsäckel zukommenden Instandhaltungskosten - gerechnet wird mit etwa 15 000 Euro jährlich -, die die Beschenkten zögern lassen. Größere Sanierungsmaßnahmen an dem mittlerweile 16 Jahre altem Sportgebäude sind da noch gar nicht mit bedacht.

Je nach dem wie die Entscheidung fallen wird, ob die Stadt neuer Eigentümer der Immobilie wird oder es Goldbeck weiter bleibt - vorgebeugt hat einem möglichen Sonderkündigungsrecht die Geschäftsführerin und alleinige Gesellschafterin der Betreibergesellschaft Fitness-Life GmbH, Annette Lachmann. Sie ist seit April 2010 Generalmieterin und wird ab 1. Mai die ursprünglich vereinbarte Miethöhe bezahlen. Bislang löhnt sie nur etwa ein Drittel des Mietpreises. Bis zum 31. März 2015 wird sich der Betrag auf Dreiviertel dessen, und von dem Datum an bis 31. März 2020 auf die volle Mietsumme erhöhen. "Zufälligerweise ist gerade jetzt der Zeitpunkt, an dem es mir möglich ist, mehr Miete zu bezahlen. Das hat nichts mit der aktuellen Diskussion um den Eigentümer zu tun.

 

Die Konzepte, die ich für 2010 aufgestellt hatte, haben besonders im Fitness-Bereich gegriffen.Ein Glücksfall. Ein Jahr vorher sah die Situation noch ganz anders aus. Mit der Absicherung bis 2020 lässt es sich viel schöner arbeiten und planen. Immerhin habe ich seit 2003 viel Herzblut in den Sportpark gesteckt und will auch weitere Visionen gerne mit meinem Team umsetzten", sagte Annette Lachmann. Mit der öffentlichen Diskussion über den Sportpark sei auch die Wahrscheinlichkeit gewachsen, dass sich neue Anbieter interessieren könnten. Deshalb sei der Druck zu einer schnellen Entscheidung groß gewesen. "Aber jetzt ist alles geregelt und ich sitze als Betreiberin nicht mehr so auf dem Schleudersitz, weil es kein Sonderkündigungsrecht, für welchen Eigentümer auch immer, bis 2020 geben wird", fügt Lachmann hinzu.