Sportliches Ziel nicht zu halten

Vier Firmen sind derzeit in der schulfreien Zeit auf dem Schulhof des Diesterweg- Gymnasiums aktiv. Dort entsteht aus der ehemaligen Turnhalle und einem schicken Anbau erstmals eine Aula für das Gymnasium. Zudem wird der viel zu kleine Speisesaal saniert und erweitert.

Plauen - Der Bau der neuen Aula und die gleichzeitige Sanierung der alten Turnhalle und des Speiseraumes liegen im Zeitplan, der Anfang des Frühjahrs ein wenig geändert wurde.

"Es gab Anfang des Jahres Verzögerungen und auch Kostensteigerungen, die wir so nicht eingeplant hatten. Wir gehen derzeit von rund 900.000 Euro aus, die das Projekt kostet - geplant waren ursprünglich 710.000 Euro", bestätigt Prof. Wolfgang Kühn, dessen Büro "Delta Plan" das Objekt geplant hat. Weitere Kostensteigerungen seien nicht ausgeschlossen. Das habe mehrere Gründe.

Zum einen natürlich steigende Baupreise, aber eben auch auftauchende Schwierigkeiten in der Altbausubstanz. "In der alten Turnhalle mussten wir den Boden entfernen, weil das Parkett nicht zu erhalten war.

Darunter hat sich herausgestellt, dass die Traglattung marode und einige Balken vergammelt waren, wir haben da neue Balken eingezogen und belegen diese mit OSB-Platten, um einen tragfähigen Untergrund für den Bodenbelag zu haben", berichtet Kühn. Das Dach werde gerade durch die Dachdeckerfirma ertüchtigt und die Fenster seien bereits alle eingebaut.

Im Kellerbereich sei man gut im Plan, bis auf die Elektroinstallation und die Deckschale des Trockenbaues ist man im Rohbaubereich fertig, auch der Brandschutz sei bereits eingebaut. In wenigen Tagen könne hier der Innenausbau durch das Heizungund Sanitärunternehmen, die Fliesenlegerfirma und die Maler erfolgen. "Es ist erfreulich, dass zumindest auf die kleineren Plauener Firmen Verlass ist", sagt der Planer und reflektiert damit auch darauf, dass für die Vergabe verschiedenster Lose kaum mehr Firmen gefunden werden, die überhaupt Angebote abgeben.

Sport- und Schulbürgermeister Steffen Zenner bestätigt das: "Es ist jetzt schon so weit, dass wir persönliche Kontakte zu Firmen der Region nutzen müssen, um alle Gewerke vergeben zu können. Durch die auf einmal ausgereichten Fördermittel des Programmes ?Brücken in die Zukunft? laufen derzeit in ganz Sachsen einfach zu viele Baumaßnahmen gleichzeitig. Es gibt kaum Firmen, die genug Kapazitäten haben", so Zenner.

Und eine weitere Tatsache steuert Prof. Kühn bei: "Wir haben plötzlich ein Problem gehabt, die Glas-Alu- Fassade rechtzeitig und zum geplanten Preis geliefert zu kriegen. Der Hersteller hat aufgrund des Handelskrieges mit den USA weltweit die Preise angehoben, um die Strafzölle zu kompensieren.

Deshalb gibt es zudem nun kaum Möglichkeiten, langfristige Lieferfristen und dazugehörige Preise zu vereinbaren." Im Rohbau liegt man zeitlich weitgehend im Plan - in in der zweiten Augustwoche wird die Alu-Glas-Fassade geliefert, ab der Woche darauf wird dann der Heiz-Estrich eingebaut und die Fassade fertig gestellt.

Es bleibe aber dabei, dass man etwa vier Monate Bauverzug habe, bestätigt Dina Wolf von der Gebäude- und Anlagenverwaltung. Ende des Jahres werde man fertig sein - die Ursprungsplanung hatte den Schuljahresauftakt als Termin vorgesehen, was schon damals als sehr sportlich bezeichnet wurde. "Wichtig ist es uns immer gewesen, dass wir gemeinsam mit der Schulleitung und dem Freundeskreis des Diesterweg- Gymnasiums unsere Schritte und Planungen eng verzahnt haben", sagt Bürgermeister Zenner.

So werde auch die Freitreppe vor dem Anbau gebaut, für die der Freundeskreis 7.000 Euro gesammelt habe. "Die schicken Absolventenbilder können künftig hier entstehen", lacht Zenner und bestätigt, dass die Absolventen des Jahrganges 2019 ihr Vor-Abitur im Januar kommenden Jahres sicher in der neuen Aula schreiben werden.