Spitzenfest: Feuerwerk wird Rohrkrepierer

Das Feuerwerk des Plauener Spitzenfestes war in diesem Jahr ein Rohrkrepierer. Die Technik habe nicht mitgespielt. Der Feuerwerker entschuldigte sich am Montag. Im Internet gabs schon Sonntagnacht lautstark Kritik. Kommentare wie "Lachnummer", "Blamage", "peinlich" und "die Stadt muss sparen" sind zu lesen.

Plauen - Es sollte der krönende Abschluss eines sonst außerordentlich gelungenen Spitzenfestes werden. Doch das große zehnminütige Abschlussfeuerwerk ging nach hinten los. Es passierte zur Enttäuschung der Besucher nicht viel. Ein Drittel des aufgebauten Feuerwerks blieb am Boden. Große Bombenraketen bis kleinere Batterien zündeten nicht. Mehrfach stockte das Abbrennen und es gab längere Pausen. Ratlose Gesichter auf dem Altmarkt.

Feuerwerker Kay Martin aus Werdau kann es sich auch Stunden später noch nicht richtig erklären. Laut geflucht habe er auf dem Topfmarkt, wo das Feuerwerk stand. "Es waren für mich die schlimmsten Minuten in meiner fünfjährigen Erfahrung als Feuerwerker", sagt er dem Vogtland-Anzeiger. Die Zündung der Effekte erfolgt computergesteuert. Hier vermutet der Werdauer den Fehler für das Dilemma. Mehrfach testete er die Zündvorrichtung vor Beginn. "Wir haben es so wie immer aufgebaut. Alle Akkus waren voll und die Verbindungen in Ordnung. Es wurde nirgends ein Fehler angezeigt."

Ist das Programm einmal gestartet, könne darauf kein Einfluss mehr genommen werden, erklärt Martin. Die Pausen zwischen den Raketen habe er daher nicht mehr verhindern können. Warum die Steuerung vermutlich versagt hat, soll nun vom Hersteller geprüft werden. Das Gerät nutzt Kay Martin seit Jahren. Probleme habe es noch nie gegeben. Am Montag entschuldigte er sich beim Spitzenfest-Verein und auch bei den Zuschauern. "Man kann es leider nicht ungeschehen machen, aber wir werden alles tun, dass so etwas nie wieder vorkommt."

Ob Kay Martin zum Spitzenfest-Jubiläum im kommenden Jahr ebenfalls das Feuerwerk schießen wird, wollte Thomas Münzer am Montag auf Nachfrage noch nicht sagen. "Wir müssen die Auswertung abwarten. Man kann da jetzt nicht Ja oder Nein sagen", so der Vorstandsvorsitzende des Spitzenfest-Vereins. Er selbst hatte vom Altmarkt aus das Feuerwerk beobachtet und die Unmutsbekundungen der Besucher unmittelbar mitbekommen. "Das Feuerwerk war nicht im Sinne des Veranstalters." Im vergangenen Jahr schoss Martin ebenfalls das Feuerwerk zum Spitzenfest. Hier lief alles wie geplant.

Der Plauener Feuerwerker Ronald Borrmann war ebenfalls unter den enttäuschten Zuschauern. "Ich habe kein Feuerwerk gesehen, sondern ein Vorführen einzelner Effekte", sagt er. Es könne schon mal passieren, dass es Probleme mit dem Zünder gibt. In der Häufung sei es aber ungewöhnlich, meint Borrmann. Sein Kollege Mario Englert sehe es ähnlich. Der Plauener distanzierte sich am Montag sogar und schrieb im Internet: "Wir haben das Feuerwerk nicht verzapft". Die beiden Pyrotechniker könnten sich durchaus vorstellen, auch gemeinsam einmal ein Feuerwerk für das Spitzenfest auf die Beine zu stellen. Gerne auch zur 55. Auflage im kommenden Jahr.