Spitzendecke macht Atemmaske Platz

Die Stickerei Reuter und Sohn ist in die Fertigung von Atemmasken eingestiegen. Gestern ging die Null-Serie auf die Stickmaschine.

Von Cornelia Henze

"Jetzt können wir zeigen, zu was die vogtländischen Textilbetriebe in der Lage sind - und dass es ohne uns in Deutschland nicht geht", sagt Kay Reuter voller Tatendrang. In den letzten Tagen inklusive Wochenende sei es mit der Idee, Schutzmasken zu fertigen, ganz heiß geworden. Akribisch arbeiteten die Inhaber des seit 70 Jahren bestehenden Familienbetriebes, Kati und Kay Reuter, und ihr Team an einem Design, das sich ergonomisch ans Gesicht anpasst. Es habe einige Zeit gedauert, bis der rechte Prototyp geboren war. Ausgewählt wurde ein Stoff aus einem Gemisch aus 70 Prozent Polyester und 30 Prozent Baumwolle.
Die Maske besteht aus einem zweilagigen Gewebe, ist waschbar, also wiederverwendbar. Und damit etwas Farbe ins Spiel kommt, gibt es die Naht nicht nur in Weiß, sondern auch in Rot, Grün und Gelb.
Zertifiziert ist die Schutzmaske nicht, ergo auch nicht für den Einsatz im hochinfektiösen Bereich, wie etwa im Krankenhaus, geeignet, so Kati Reuter. Für die Zivilbevölkerung zum gegenseitigen Schutz für Träger und andere Kontaktpersonen aber schon. Anfragen an die Firma habe es in den vergangenen Tagen von Privatpersonen und auch Firmen gegeben. So könnten Mitarbeiter von Verwaltungen oder anderen Betrieben bald die Masken tragen.
Für die Geschwister Reuter kommt die große Nachfrage nach Schutzmasken wie der Strohhalm in der Not. Auch wenn derzeit noch Gardinen und Tischwäsche unter dem Label "Plauener Spitze" produziert und an den Kunden gebracht werden, kann es sein, dass die Nachfrage bald versiegt. Denn seit voriger Woche haben auch für die Reuters wichtige Kunden aus dem Fachhandel ihre Stoff-, Gardinen- und Heimtextilgeschäfte geschlossen. Bleiben vorerst als Absatzmarkt der Online-Handel. Mit der Produktion der Schutzmasken kann der Familienbetrieb vielleicht verhindern, dass die 25 Sticker in Kurzarbeit geraten - oder gar die ganze Firma in Schwierigkeiten. Rund 18.000 Masken können aus dem derzeit am Lager befindlichen Material genäht werden. 300 Stück schafft die Stickmaschine pro Stunde. Im Online-Versand sind voraussichtlich ab Mitte nächster Woche Verpackungen zu drei, fünf oder zehn Masken lieferbar. Bestellt werden kann ab heute.
info@stickerei-reuter.de