Spitze ist nicht gleich Spitze

Zwei Traditionen treffen aufeinander. Im finnischen Rauma wird seit Freitag die Spitzenwoche gefeiert. Im Mittelpunkt steht erstmals auch die Plauener Spitze. Doch noch gibt es Aufklärungsarbeit zu leisten.

Plauen/Rauma - Spitze ist nicht gleich Spitze. Darauf legen besonders die Raumaer Wert, die für ihre geklöppelte Spitze bekannt sind. Anfänglich hielten sie auch die Spitze aus Plauen für echte Handarbeit. Eine maschinell erzeugte Spitze sehen sie nicht so gern. Mehr noch. Sie können sich das Verfahren gar nicht so richtig vorstellen. Diese Erfahrungen hat Plauens neue Spitzenprinzessin Rika Maetzig am Wochenende gemacht. Zusammen mit Beate Schad und Ingrid Eichert von der Schaustickerei sowie dem Plauener Robert Schnick ist sie noch bis Ende der Woche in Rauma zu Besuch und wirbt für die Plauener Spitze.

"Die Menschen hier haben einen ganz anderen Bezug zu Spitze als wir in Plauen", sagt Spitzenprinzessin Rika Maetzig. Im Alltag spiele sie bei den Finnen eine viel größere Rolle. Es sei ein anderer Umfang mit der Klöppelspitze. Daher leiste die Plauener Delegation gewissermaßen auch Aufklärungsarbeit. Begeistert sind die Besucher der Spitzenwoche in Rauma von der Maschinenspitze aus Plauen aber trotzdem, auch wenn es anfänglich so schien, als ob die Verantwortlichen etwas enttäuscht waren, als sie davon hörten, dass die Plauener Spitze nicht geklöppelt wird.

Besonders die Spitzenkleider von Rika Maetzig sorgen für viel Aufmerksamkeit bei den Veranstaltungen der Spitzenwoche. "Wir bekommen viele positive Stimmen." Oft werde die Plauenerin gefragt, ob sie auch selbst Spitze herstellen kann. "Ich sage dann immer, ich bin keine Maschine. Die Plauener Spitze kann nicht mit der Hand hergestellt werden." Die Textiltradition aus Plauen wird in Rauma mit einer Sonderausstellung präsentiert. Die Schau hat Kathrin Färber vom Vogtlandmuseum zusammengestellt. Von der Geschichte bis zur Gegenwart wird darin die Entwicklung der Plauener Spitze gezeigt. Die Ausstellung wird längere Zeit im Raumaer Spitzenmuseum zu sehen sein. Höhepunkt am Sonntag war eine Modenschau mit historischen und aktuellen Kleidern aus und mit Plauener Spitze.

Initiiert hat den Besuch in Finnland Robert Schnick. Seit vielen Jahrzehnten bereits hält er Kontakt in die finnische Spitzenstadt an der Ostseeküste. "Ich glaube, dass wir ein gutes Aushängeschild für unsere Heimat sind", sagt Schnick. An mehreren Orten in Rauma weht neben der finnischen Fahne auch die Flagge Deutschlands, die für Plauen als Partnerstadt der Festwoche steht.