Spitze Ideen für neue Designs

Die Modespitze Plauen bereitet mit Design-Studenten aus Leipzig eine besondere Modenschau zum Spitzenfest vor. Neue Ideen für Farben, Formen und Muster, die nicht in der Schublade verschwinden.

Von Marjon Thümmel

Plauen - "Junge Leute, die sich für textiles Design interessieren, haben wir während ihres Studiums, beispielsweise in Halle auf der Burg Griebichenstein, schon öfters auf ihrem Weg begleitet. Doch diese Zusammenarbeit war nicht so regelmäßig, wie wir das jetzt wollen", erzählt Andreas Reinhardt, Geschäftsführer der Modespitze GmbH, und spricht von jährlichen Projekten mit Designerklassen an Hochschulen. 
 Ein solches gebe es seit einem Jahr mit der Modeklasse der Vitruvius Hochschule Leipzig (früher Designhochschule). "Es ist eine schöne Sache, mit den jungen Leuten zusammenzuarbeiten. Wir haben in den vergangenen zehn Monaten viel Zeit in das Projekt investiert, aber es hat sich gelohnt", freut sich Andreas Reinhardt, der den Studenten über das Gestalten hinaus auch theoretischen Grundlagen vermitteln möchte. "Wer einmal als Textil-Designer arbeiten möchte, sollte auch wissen, aus welchen Fasern die Stoffe entstehen, welche Gewebe es gibt, und was es bei ihrer Verarbeitung zu beachten gilt. Es geht aber auch um Preise und bei Mode um Outfits", schildert der 43-jährige Geschäftsführer. 
 Er möchte zukünftigen Designer an hochwertige Spitze heranführen und zugleich die Blicke schärfen auf Nachhaltigkeit. Und deshalb hat er die 14 Studenten zunächst nach Plauen eingeladen, sie mit Historie und Herstellung vertraut gemacht und dann einen Vortrag an der Schule in Leipzig gehalten. "Es geht aber nicht nur um graue Theorie. Wir wollen die Studenten in die Freiheit versetzen, eigene Stile zu entwickeln. Dafür stellen wir auch Material zur Verfügung. Derzeit sind wir mitten in der Projektarbeit. Die etwa 30 Entwürfe zum Thema 'Aufbruch - Durchbruch‘, die ich zum Teil schon sehen durfte, werden wir in Zusammenarbeit mit dem Spitzenfestverein zum 60. Spitzenfest den Plauenern und ihren Gästen präsentieren", verrät Reinhardt und auch wie beeindruckt er von den entstandenen Modellen ist. "Dazu gehören auch die Outfits von Antonia Brix. Für ihre Kollektion "Tennis meets American Football" habe sie die Farbe weiß als Bindeglied zwischen beiden Sportarten gewählt." Ein eigenes Urteil können sich die Spitzenfestbesucher bei Modenschauen bei der Spitzenfestgala und auf der Altmarktbühne bilden. Bis dahin bleibt alles geheim. Noch vor dem Spitzenfest starte eine Plakatausstellung im Malzhaus, die die Kollektion der Studenten in den Mittelpunkt rückt. "Vielleicht wird von den jungen Leuten ein Trend gesetzt, der in zwei/drei Jahren in die Mode Einzug hält", sagt Reinhardt.
 Ihm geht es aber auch um Nachhaltigkeit und er sieht in der jungen Generation Partner im Kampf gegen Umweltverschmutzung. "Die Textilindustrie ist einer der größten Umweltverschmutzer durch den Einsatz von Chemikalien und ein riesiger Ressourcenverbraucher in puncto Wasser und Energie. Da spielt eine nachhaltige Produktion von der Faser bis zum Endprodukt eine immer größere Rolle. Wir setzen uns für soziale und ökologische Standards ein, die jährlich überprüft werden. Dabei würden 80 bis 90 Prozent der heute am Markt üblichen Textilien ausscheiden. Nur etwa 10 Prozent sind frei von Chemikalien. Wir selbst produzieren eine Sechstel nachhaltige Textilien und stellen jedes Jahr Produkte um - vom erdölgebundenen Polyester in Richtung Naturfasern und stellen damit Bioqualität her", erklärt Reinhardt. Seit drei Jahren feilt das Spitzenunternehmen an dem Bio-Segment, hält mittlerweile 400 Mustervarianten in verschiedenen Farben parat. Im Firmenarchiv stöberten Mitarbeiter nach historischen Mustern, die entstanden als noch mit Baumwollgarnen auf Leinengrund gestickt wurde. 
 Ein Drittel des Umsatz stammt bei der Modespitze Plauen aus dem Verkauf von Bekleidungsstoffen und der Modelinie Frieda und Elly, bei der vor allem Schals und Blusen der Renner sind. Das Bio-Segment macht davon wiederum ein Drittel aus. "Klar, es ist eine Nische. Aber nur so können wir versuchen, der harten Konkurrenz ein Schnippchen zu schlagen. Geld verdienen wir weiterhin hauptsächlich mit der Produktion von Heimtextilien. Aber auch dabei haben wir uns unserer Nischen gesucht", erklärt Andreas Reinhard, zugleich Chef des Branchenverbandes Plauener Spitze.