Spitze, eine Spitzen-Wette

Wetten, dass ihr es nicht schafft, mindestens 60 in Plauener Spitze gekleidete Menschen am 23. Juni auf den Plauener Altmarkt zu bringen? Diese Stadtwette stellen der Dachverband Stadtmarketing und der Verein Plauener Spitzenfest allen Plauenern zum 60. Spitzenfest. Topp, die Spitzen-Wette gilt!

Von Cornelia Henze

Plauen - Thomas Münzer und Jürgen Fritzlar vom Vorstand des Spitzenfestvereins, Marketingexpertin Katja Eberhard vom Dachverband und Katrin Klaubert-Heß besiegeln die Wette mit Gläserklingen und einem Schluck Erd-Bierinha. Letztere Plauenerin hatte vor zwei Jahren schon die Idee einer Spitzenwette, die damals nicht zustande kam, aber nun dankend von Verein und Dachverband aufgegriffen wird. "Es kann doch nicht sein, dass unsere schöne Spitzentradition ins Vergessen gerät. Es wird ja jetzt schon so viel achtlos weggeworfen", so die Intension von Katrin Klaubert-Heß, der studierten Textilingenieurin, die bis zur Wende in der Plauener Gardine beschäftigt war. 2017 zur Wahl der neuen Spitzenprinzessin wollte Katrin Klaubert-Heß die Plauener ermuntern, ihre oder Omas alte Spitzenbluse hervorzukramen, aufzuhübschen und zu tragen. Damals versprach die 57-Jährige im Falle, sie verliere die Wette, die Schleppe der Spitzenprinzessin tragen zu wollen. 
Gut, eine Schleppe besitzt Barbara Riss nicht. Dafür haben sich Spitzenverein und Dachverband folgendes überlegt, sollten sie die Wette verlieren, also sollten mindestens 60 Menschen in Plauener-Spitzen-Outfit erscheinen: "Wir stellen uns in einen Schankwagen auf dem Altmarkt und schenken den Cocktail Erd-Bierinha aus. Der Erlös ist für den guten Zweck", so Jürgen Fritzlar.

Wer darf bei der Wette
 mitmachen?

Männer, Frauen und Diverse. Plauener, Vogtländer und sonstige, die sich Plauen und ihrem Spitzenprodukt verbunden sehen. Denn: "Wir wollen die Spitze ehren. Das soll keine Spaßveranstaltung werden", stellt Jürgen Fritzlar klar. Der Ablauf ist dieser: Am 23. Juni gegen 13 Uhr, ist Stell-Termin für die Wett-Teilnehmer an der Martin-Luther-Straße 50 (ehemals Vogtland-Anzeiger). Diese werden sich als eigenes Bild in den Festumzug einreihen, wofür sich insgesamt schon 1800 Teilnehmer gemeldet haben.

Welche Kleidung gilt
als "Echt Plauener Spitze"?

Die Wett-Teilnehmer müssen konfektionierte, also genähte, Kleidung aus Plauener Spitze tragen. Dazu zählen Tüll, Luft- oder Stoffstickerei, Blusen, Hemden, Kleider, Braut- und Cocktailkleider. Auch Unterwäsche, die allerdings ein Blazer bedecken soll. Das Gewand kann alt, also von Oma stammen, aber auch aus aktueller Konfektion. Produkte aus Plauener Spitze erkennt man übrigens am Zweifadensystem.

Welche Kleidung wird
nicht anerkannt?

Alles, was nicht "Plauener Spitze" ist. Das ist zum Beispiel Gewebtes, Geklöppeltes, Gewirktes oder Bobinettspitze. Es reicht auch nicht, ein Spitzentaschentuch durchs Knopfloch zu ziehen oder sich ein Spitzenband ins Haar zu binden.
Nach dem Festumzug wird die Jury, vorwiegend Damen von der Schaustickerei, auf dem Altmarkt jedes Gewand auf Echtheit prüfen.