Spatenstich für Radweg Falkenstein-Oelsnitz

Taltitz - Vor 60 Jahren schnauften noch die Dampfrösser auf ihm entlang, bald dürfen die Leute mit Drahtesel einen gemütlichen Gang einlegen. Auf dem alten Bahndamm in Taltitz-Neue Welt feierte der Landkreis am Donnerstag den Baubeginn des Radwegs Falkenstein-Oelsnitz. Gemeinsam mit Landrat Dr. Tassilo Lenk und der Oelsnitzer Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius setzten Kommunalpolitiker aller Fraktionen am Nachmittag den ersten - symbolischen - Spatenstich oder sahen dabei zu. Dabei lugte sogar die Sonne kurzzeitig hinterm Wolkenvorhang hervor. Als "Radspange", als Querverbindung zwischen Elster- und Göltzschtalradweg, soll die Bahndamm-Trasse auf 20,5 Kilometer Länge und einer Standardbreite von 2,5 Metern "bituminös" ausgebaut werden. Möglich wurde die Maßnahme, durch das Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Für die Bausumme von rund 2,7 Millionen Euro gibt es Fördermittel von 2,175 Millionen Euro. Der Landkreis trägt 545 000 Euro als Eigenmittel. Der Radweg werde dem Vogtland helfen, ein positives Image als Radregion aufzubauen, erklärte der Landrat. Radtouristen - erwartet werden Leute, die über mehrere Tage bleiben - würden die Übernachtungszahlen steigern - und damit die Wertschöpfung in der Region erhöhen. Bei dem im Vogtland üblichen Bergauf-Bergab weist der alte Bahndamm eine sympathische Eigenschaft auf - er hat nur geringfügige Steigungen von drei Prozent und ist damit auch für Familien problemlos zu meistern. Viele Probleme habe es mit dem Eigentumserwerb gegeben, die vom Amt gelöst werden konnten. Lenk setzt den Bauarbeiten einen engen Rahmen - bis 22. Dezember soll die Radtrasse - die in fünf Bauabschnitte gegliedert ist - fertig sein. Der erste Bauabschnitt, für den die Firma VSTR Rodewisch den Zuschlag erhielt, reicht von der "Neuen Welt" in Taltitz bis zur Ortsumgehung Oelsnitz (B 92) und ist rund 2,37 Kilometer lang. Abschnitt 2 und 3 sind ebenfalls vergeben, Abschnitt 4 ist in der Angebotsbewertung, für den fünften und letzten Bauabschnitt läuft die Ausschreibung. Bei all den schweren Unfällen mit Radfahrern wies OB Möbius auf die Verkehrssicherheit des neuen Radwegs hin, für den die Gemeinden die Sicherungspflicht übernehmen. Hier brauche niemand Angst vor überholenden Autos zu haben, erklärte die Falkensteiner Planerin Claudia Fugmann. Geplant ist auch der Ausbau der Seitenstrecke von Lottengrün nach Plauen. Damit wächst der Radweg auf 33 Kilometer Länge. Eingeweiht worden war die ehemalige Bahnstrecke 1865. Der erste Teil zwischen Oelsnitz und Lottengrün wurde bereits am 24. April 1951 wegen geringen Verkehrsaufkommens eingestellt, das Gleis anschließend abgerissen. Den Abschnitt Lottengrün-Falkenstein befuhr die Bahn als Teil der Verbindung nach Plauen noch bis 1970 im Reiseverkehr. Weiter bis 1972 wurde die Strecke im Güterverkehr für den Steinbruch Theuma bedient. Darüber hat unsere Zeitung bereits ausführlich berichtet. Bahnwärterhäuschen entlang der Strecke, reizvolle Brücken mit Unterführung, verbliebene Anlagen des Bahnhofs Lottengrün sowie Seerosenteich und die Allee der zwölf Eichen und weitere landschaftliche Schönheiten machen den Reiz des alten Bahndamms aus. Michael Hecht, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Vogtland, regte an, einen zugkräftigen Namen für die schöne Strecke zu finden. R.W.