Sparkasse Vogtland tritt aus Sachsen-Finanzgruppe aus

Die Sparkasse Vogtland tritt aus der Sachsen-Finanzgruppe aus. Dafür stimmten am Donnerstag mehrheitlich die Kreisräte und die Stadträte Plauens auf einer gemeinsamen Sitzung.

Plauen - Der Beschluss der Zweckverbandsversammlung der Sparkasse Vogtland war nur noch ein formaler Akt, nachdem die Mehrheit der Kreisräte und Stadträte Plauens für ein Ausscheiden der Sparkasse zum 31. Dezember 2014 votiert hatten. Denkbar und auch am Donnerstag in der Plauener Festhalle nochmals diskutiert, wäre auch ein vorzeitiger Austritt Ende dieses Jahres gewesen. Sowohl das eine als auch das andere Datum birgt Risiken finanzieller Art, die in der Geschichte der Sachsen-Finanzgruppe begründet sind.

2005 war die Sparkasse Vogtland dem Finanzverbund beigetreten. Durch Fehlspekulationen auf dem Weltmarkt zu Zeiten der Finanzkrise geriet die Landesbank Sachsen in Schieflage und musste verkauft werden. Daraufhin gab der Freistaat seine Beteiligung auf, die kommunalen Mitglieds-Sparkassen blieben quasi im Regen stehen. Nachdem entsprechende Gesetze einen Austritt ermöglichen, gingen bereits einige Sparkassen diesen Schritt - nun folgt auch das vogtländische Geldinstitut. Allerdings sind Abfindungssummen zu zahlen, die sich am Wert der jeweiligen Sparkasse orientierten. Damit aber wird die erfolgreiche Entwicklung der Sparkasse bestraft.

War bisher von rund 22 Millionen Euro die Rede, mit denen sich die Sparkasse Vogtland an den gemeinsamen Schulden der Finanzgruppe beteiligen sollte, stehen nun 29,4 Millionen im Raum. Hätte man sich auf einen vorzeitigen Austritt verständigt, wäre diese Summe auch fällig gewesen. Mit einem Ausscheiden 2014 sind Verhandlungen möglich, den Betrag zu reduzieren - Ausgang allerdings offen. Zweckverbandsvorsitzender Ralf Oberdorfer hält die Zahlung von 16 Millionen Euro als Schuldenanteil für unstrittig. tp