Spaßpartei abgelehnt - Dritter Weg tritt zur Wahl an

In Plauen kandidieren 122 Männer und Frauen für den Stadtrat und 46 für einen der sechs Ortschafträte.

Von Cornelia Henze 

Plauen - Die Satirepartei "Die Partei" ist wegen zu wenig Unterstützerunterschriften aus dem "Wahlkarussell" rausgeflogen - die rechtsextreme Splitterpartei "Der Dritte Weg" hat die Unterschriften erbracht und tritt mit sieben Leuten für den Stadtrat an. Ausgezählt werden die Stimmzettel am 26. Mai in der Festhalle, weil der Ratssaal im Rathaus saniert wird. Und: Es wird mit einem Anstieg von Briefwählern gerechnet. Das sind die Eckpunkte, die Plauens Gemeindewahlleiter Steffen Kretschmar gestern zur Sitzung des Gemeindewahlausschusses abklärte.
Zugelassen zur Stadtratswahl sind nun offiziell die CDU mit 32 Bewerbern, die FDP mit 22, die SPD mit 17, Die Linke und AfD mit je 15, Bündnis 90/Die Grünen mit 9 und die Initiative Plauen mit 5 Kandidaten. Erstmals ins Parlament drängt "Der Dritte Weg", der von den 160 geforderten Unterstützerunterschriften 184 erbrachte - 177 waren letztlich gültig. Mit 48 Unterschriften viel zu wenig brachte die Satirepartei dar. Das Scheitern kommentierte deren Vertreter Christian Müller(22) mit den Worten "Ein Schlag für die Demokratie" - und schon wieder bestens gelaunt als guter Gewinner mit "We make Plauen Spitze again!"
Zu wenig Interesse, im Ortschaftsrat Politik zu machen, gibt es in Großfriesen. Neun Sitze wären zu besetzen - acht Kandidaten gibt es nur. Alle anderen fünf Ortsteile erfüllen die Anzahl der nötigen Kandidaten, allerdings gibt es dort oft keine Parteienvielfalt. So gehören in Oberlosa alle acht Bewerber der Bürgerinitiative, in Kauschwitz alle fünf der Wählervereinigung an. "Es ist keine richtige Wahl, was wir den Leuten da anbieten", kommentiert Kretschmar. Letztlich wurden die Wahlvorschläge aber so akzeptiert - Nachnominierungen sind nicht mehr möglich. In Jößnitz und Neundorf wollen je neun Leute im Ortschaftsrat mitmischen, in Straßberg sieben. Neben BIs und Wählervereinigungen kandidieren in den Orten vor allem Leute von CDU, SPD und FDP. Linke undGrüne stellen keine Kandidaten. Wegen der Umbauarbeiten im Rathaus müssen Briefwähler (ab 24./25. April) ihren Stimmzettel im Rathaus, Zimmer 13, abgeben. Das Bürgerbüro ist bereits jetzt geschlossen. "Es wird alles gerichtet sein, die Veränderung wird nicht spürbar sein", so Kretschmar. 
Aus gleichem Grund wird nach Schließung der Wahllokale am 26. Mai das Auszählen in den großen Saal der Festhalle verlegt. Raumteiler und ein "Ordner", der auf der Tribüne dann und wann appelliert, Ruhe zu wahren, werden organisiert. 28 der Plauener Wahllokale sind barrierefrei, die Briefwahlvorstände werden auf zwölf aufgestockt. Die Kita Wirbelwind ist auserkoren, repräsentatives Wahllokal für die statistische Wahlprognose zu sein.