Sozialarbeiter in vogtländischen Schulen

"Die Schulsozialarbeit ist die Drehtür ins Jugendamt", bezeichnet Kreis-Jugendamtsleiter Dr. Berthold Geier die Verquickung zwischen Schule und Jugendhilfe. Dank einer Förderung durch die Sächsische Aufbaubank kann der Kreis dieses helfende Sextett plus eine Koordinatorin einstellen.

Zwei Jahre läuft die Förderung - jährlich fördert die Bank das Projekt mit rund 200 000 Euro. Während die Schulsozialarbeiter erst ab 1. Oktober aktiv werden, bahnt Koordinatorin Bettina Ose jetzt schon den Weg dafür. Gespräche mit Bildungsagentur, Schuldirektoren und Kreiselternrat stehen an. Sie erstellt das Konzept, geht an die Schulen vor Ort, wirft einen Blick auf soziale Brennpunkte und das Schulumfeld - kurzum, Bettina Ose erstellt eine Sozialanalyse.

Wo konkret Hilfe Not tut, ist noch nicht bekannt. Dr. Geier bekennt: "Wir fangen bei null an." Fest steht aus Erfahrung, dass die meisten Problemfälle in Förder- und Mittelschulen bestehen. Konkret habe bis jetzt der Direktor der Plauener Friedensschule Bedarf nach einem Schulsozialarbeiter angemeldet. Die sozialen Brennpunkte seien in urbanen Gebieten, wie eben in Plauen, größer als in kleinen Schulen auf dem Land. In einer etwa 430 Schüler zählenden Mittelschule gebe es durchschnittlich zwischen 16 bis 20 Problem-Kinder, zitiert Geier die Statistik.

"Je mehr wir in die Schulen aber reingehen, um so mehr Fälle bekommen wir mit", so Geier. Dabei komme es sicher vor, dass sich manche Fälle deckten: Kinder, die ohnehin schon über das Jugendamt betreut werden, brauchen auch in der Schule oft Hilfe.